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Eurasier

Eurasier

Halb Wolfsspitz, halb Chow-Chow, ganz Familienhund.

Auf einen Blick: Der Eurasier ist ein mittelgroßer Spitz (18–32 kg), der in den 1960er Jahren in Deutschland ganz bewusst am Reißbrett entstand: Julius Wipfel und sein Kreis kreuzten den Wolfsspitz mit dem Chow-Chow, gaben später Samojeden-Blut dazu und zielten von Anfang an auf das Familienleben. 1973 erkannte die FCI die Rasse an, mit dem FCI-Standard Nr. 291 in Gruppe 5. Er ist ruhig, leise und ausgeglichen, tief mit seinem eigenen Haushalt verbunden und an allen anderen höflich desinteressiert. Ohne Arbeitsvergangenheit, die er abarbeiten müsste, reicht ihm moderate Bewegung — dafür zahlt er in einer einzigen Währung: Getrenntsein von seiner Familie hält er nicht aus.

Eckdaten

GrößeMittelgroß · 48–60 cm
Gewicht18–32 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
EnergieModerat — tägliche Spaziergänge mit seinen Menschen, eine Aufgabe braucht er nicht
HaarenMäßig — stetig übers Jahr, dazu zwei kräftige Fellwechsel
FellDichtes Doppelfell, mittellang · alle Farben außer Reinweiß, Weißscheckung und Leberfarbe
GruppeSpitze und Hunde vom Urtyp · Asiatische Spitze (FCI-Standard Nr. 291, Gruppe 5)
HerkunftDeutschland

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Wesen

Der Eurasier ist ruhig, gelassen und leise selbstbewusst, vom ersten Wurf an dafür gezüchtet, in einer Familie zu leben statt außerhalb von ihr zu arbeiten. Bei seinen eigenen Menschen ist er anhänglich und ständig präsent; Fremden gegenüber bleibt er reserviert — er sucht ihre Aufmerksamkeit nicht und stört sich nicht an ihnen, und der Standard sagt ausdrücklich, dass diese Zurückhaltung weder Scheu noch Aggression ist. Für einen Menschen, dem er vertraut, lernt er gern, aber das Chow-Chow-Erbe zeigt sich: Ein Kommando denkt er erst durch, bevor er es ausführt, und mit harter Hand erreicht man bei ihm gar nichts mehr. Sein Jagdtrieb ist niedrig und seine Stimme benutzt er selten, was ihn zu einem angenehmen Nachbarn macht — solange er nie getrennt von seinen Menschen leben muss.

BreedQuest-Zensus: Seit den 1960er Jahren unter der Kontrolle der Zuchtvereine gezüchtet und seit 1973 im FCI-Standard Nr. 291, Gruppe 5 geführt, mit kleinen, von den Vereinen betreuten Populationen in Europa und Nordamerika.

Gewohnheiten & Marotten

Familie oder gar nicht

Er wurde dafür gezüchtet, im Haus als Teil des Haushalts zu leben, und darauf besteht er. Zwingerhaltung und lange Stunden allein sind das eine, was diese Rasse nicht kann.

Die höfliche Mauer

Besuch bekommt einen Blick und gemessenen Abstand, keine Begrüßung. Gib ihm Zeit im selben Raum, dann entscheidet er selbst, wann er rüberkommt.

Von Haus aus leise

Er bellt selten und nur mit Grund. Es können Tage vergehen, ohne dass man seine Stimme hört, was alle überrascht, die das übliche Spitz-Gebell erwarten.

Zweimal im Jahr Schneetreiben

Fast das ganze Jahr verlangt das Fell wenig; zweimal im Jahr lässt die Unterwolle auf einen Schlag los und füllt wochenlang die Bürste.

Pflege

BewegungEine Stunde Spaziergang am Tag mit der Familie reicht — dieser Spitz hat keine Arbeitsvergangenheit abzuarbeiten. Sein Jagdtrieb ist niedrig, entspannter Freilauf ist mit Grundgehorsam also realistisch.
FellpflegeBürste ihn einmal pro Woche, während der beiden Fellwechsel täglich. Das Fell ist dicht, verfilzt aber kaum und muss nicht getrimmt werden.
TrainingFür jemanden, dem er vertraut, lernt er bereitwillig; unter Druck macht er zu. Halte die Einheiten vom Welpenalter an kurz, ruhig und belohnungsbasiert — und spar dir den Kasernenhofton.
GesundheitEine insgesamt gesunde Rasse. Frag beim Züchter nach Hüft- und Augenuntersuchungen und schau in der Linie nach Schilddrüsenunterfunktion und Patellaluxation — die Zuchtvereine testen auf beides.

Wie viel Futter braucht ein Eurasier? →

Häufige Fragen

Ist der Eurasier einfach ein Chow-Chow-Mix?

Er begann als geplante Kreuzung: Julius Wipfels Kreis verpaarte in den 1960er Jahren in Deutschland Wolfsspitze mit Chow-Chows und gab später Samojeden dazu. Seit Jahrzehnten wird die Rasse aber unter Vereinskontrolle reingezüchtet, und 1973 erkannte die FCI sie an, als FCI-Standard Nr. 291 — damit ist der Eurasier eine der jüngsten voll anerkannten Rassen.

Kann ein Eurasier den ganzen Tag allein bleiben?

Nein. Die Rasse wurde geschaffen, um mit ihrer Familie zu leben, und reagiert schlecht auf Zwinger und lange Trennungen — das steht so im Standard. Ein paar Stunden allein, mit Training aufgebaut, funktionieren bei vielen; ein Haus, das den ganzen Tag leer steht, funktioniert nicht.

Sind Eurasier freundlich zu Fremden?

Reserviert, nicht unfreundlich. Ein gut gezüchteter Eurasier fürchtet Besuch nicht und geht ihn nicht an; seine Wärme behält er einfach seinen eigenen Menschen vor. Rechne an der Tür mit höflichem Abstand statt mit schwanzwedelndem Empfang — und mit keinem Drama, in keine Richtung.

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