Braque du Bourbonnais
Frankreichs Vorstehhund mit dem Birnenkopf, das Fell in „fleur de pêcher“ getüpfelt, oft ohne Rute geboren.
Eckdaten
| Größe | Mittelgroß · 51–57 cm (Rüden), 48–55 cm (Hündinnen) |
| Gewicht | 16–25 kg — Rasseliteratur, der Standard nennt kein Gewicht |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten |
| Energie | Hoch — ein jagdlich gebauter Vorstehhund; 1–2 Std. am Tag |
| Haaren | Leicht bis mäßig — kurzes Fell, das ganze Jahr über |
| Fell | Fein, kurz und dicht · Weiß mit brauner („lie de vin“) oder falbfarbener („fleur de pêcher“) Tüpfelung |
| Gruppe | Jagdhunde · Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“ (FCI №179, Gruppe 7) |
| Herkunft | Province of Bourbonnais, Frankreich |
Rassemerkmale
Freundlichkeit
Pflege
Kopf
Wesen
„Im Haus ist er sanft und anhänglich“ — der Standard beginnt seine Wesensbeschreibung im Wohnzimmer, und das sagt dir schon, was für ein Jagdhund das ist. Die alten Autoren beschrieben den Bourbonnais als den angenehmen Gefährten des Jägers, robust und gesund, und der Standard verlangt Passion und Intelligenz, die sich mühelos an die unterschiedlichsten Gelände und Wildarten anpassen. Bei der Suche trägt er den Kopf von Natur aus hoch, um Witterung zu nehmen, und er steht präzise vor, ohne Theater. Zu Hause heißt das: ein sanfter, menschenbezogener Jagdgebrauchshund, weicher als viele Vorstehrassen und schlecht darin, außen vor zu bleiben. Unter den guten Manieren steckt trotzdem ein Braque: Ohne ein tägliches Ventil für Beine und Nase erfindet er eigene Projekte, und ein flüchtendes Kaninchen sticht dich mitten im Spaziergang aus, wenn der Rückruf nicht früh aufgebaut und immer wieder belohnt wurde.
Gewohnheiten & Marotten
Eine Birne als Kopf
Der Standard nennt den birnenförmigen Kopf das wesentliche Merkmal der Rasse: ein aus jedem Blickwinkel runder Schädel, gut entwickelte Wangenknochen und ein kräftiger Fang, der sich zu einem Kegelstumpf verjüngt. Stimmt der Kopf nicht, ist es kein Bourbonnais.
An der Rute gespart
Manche kommen ganz ohne Rute zur Welt — in den 1930er-Jahren war die angeborene Stummelrute kurzzeitig sogar Pflicht, und das Merkmal ist in der Rasse geblieben. Der Standard will eine kurze, eher tief angesetzte Rute; wo das Kupieren verboten ist, wird die lange Rute unterhalb der Rückenlinie getragen.
„Lie de vin“ und „fleur de pêcher“
Die Farbnamen sind Begriffe der alten französischen Züchter, so in den Standard geschrieben: Die feine braune Tüpfelung hieß „lie de vin“, Weinhefe; die falbfarbene Sprenkelung „fleur de pêcher“, Pfirsichblüte. Weiß muss das ganze Fell durchdringen — große Platten sind ein schwerer Fehler, ein rein weißes Fell disqualifiziert, und Schwarz ebenso, ob Haar oder Nasenschwamm.
Kopf hoch, die Luft lesen
Bei der Suche trägt er den Kopf hoch und nimmt die Witterung aus dem Wind statt vom Boden, und der Jagdgalopp ist ausdauernd, ausbalanciert und geschmeidig. Die FCI beurteilt die Rasse mit Arbeitsprüfung: Die Form existiert im Dienst der Aufgabe.
Pflege
| Bewegung | Ein bis zwei Stunden am Tag mit echtem Rennen darin, und die Nase muss arbeiten — Feldarbeit, wenn du jagst, sonst Schnüffelspiele, Dummysuche oder Fährtenarbeit. Das ist eine Rasse, die mit Arbeitsprüfung beurteilt wird, und ein Vorstehhund, der nur spazieren geht statt zu arbeiten, bleibt rastlos. |
| Fellpflege | So pflegeleicht, wie Hundefell nur sein kann: fein, kurz und dicht, mit einem wöchentlichen Durchgang mit dem Gummistriegel gut versorgt. Kontrolliere regelmäßig die Hängeohren, und geh das Fell nach der Arbeit im Bewuchs einmal durch — kurzes Haar hält Grannen und Dornen kaum auf. |
| Training | Ein weicher, williger Braque, der auf Geduld und Belohnung besser anspricht als auf Druck. Fang früh mit dem Rückruf an und lass in der Nähe von Wild die Schleppleine dran; der Vorstehinstinkt schaltet sich früh ein und nicht wieder aus. |
| Gesundheit | Dem Ruf nach eine robuste Rasse, ohne rasseweite Gesundheitserhebung. Die gesamte Population ging durch einen Flaschenhals, der so eng war, dass ein Autor 1967 berichtete, er habe die beiden letzten der Rasse gesehen — frag Züchter also, wie sie mit Verwandtschaft in der Zucht umgehen, und frag ganz selbstverständlich nach HD-Befunden. |
Häufige Fragen
Wird der Braque du Bourbonnais ohne Rute geboren?
Oft, ja. Angeborene Stummelruten gehören seit mindestens einem Jahrhundert zur Rasse, und in den 1930er-Jahren machte der Club die angeborene Rutenlosigkeit zur Pflicht — eine Regel, die die Rasse mit Richtung Aussterben schob. Der heutige Standard ist entspannter: ohne Rute geboren, an der Basis kupiert, wo das erlaubt ist, oder eine lange Rute, die unterhalb der Rückenlinie getragen wird, wo es das nicht ist.
Wie knapp ist die Rasse dem Verschwinden entgangen?
Sehr knapp. Der alte Club verlor sich nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwischen 1963 und 1973 wurde kein einziger Bourbonnais ins französische Zuchtbuch eingetragen; ein Autor schrieb 1967, er habe die beiden letzten gesehen. Ab 1970 suchten Michel Comte und eine Gruppe von Züchtern überlebende Hunde zusammen, brachten 1979 in Montluçon 23 von ihnen an einen Ort und gründeten 1981 den Club neu. Die Rassegeschichte im Standard nennt die Zukunft der Rasse heute gesichert.
Ist er ein guter Familienhund?
Das erste Wort des Standards zum Wesen ist häuslich: sanft und anhänglich im Haus. Er ist ein freundlicher, anschlussfreudiger Jagdgebrauchshund, der drinnen leben und überall dabei sein will, und das kurze Fell verlangt fast nichts. Die ehrliche Bedingung ist die Bewegung — das ist ein jagdlich gebauter Vorstehhund, der jeden Tag rennen und seine Nase benutzen muss, keine Rasse für einen bewegungsarmen Haushalt.