Deutscher Jagdterrier
Klein, schwarz-loh und dafür gezüchtet, in den Dachsbau zu schliefen.
Eckdaten
| Größe | Klein · 33–40 cm |
| Gewicht | 7,5–10 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| Energie | Sehr hoch – in erster Linie ein Jagdgebrauchshund |
| Haaren | Gering bis mäßig – kurzes, hartes Haar |
| Fell | Rauhaarig oder glatthaarig, immer hart und dicht · schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit lohfarbenen Abzeichen |
| Gruppe | Terrier · Hochläufige Terrier, mit Arbeitsprüfung (FCI №103, Gruppe 3) |
| Herkunft | Deutschland |
Rassemerkmale
Freundlichkeit
Pflege
Kopf
Wesen
Der FCI-Standard verlangt einen Hund, der mutig und hart ist, arbeitsfreudig, ausdauernd, zuverlässig, gesellig und führig, weder scheu noch aggressiv. Diese Linie halten die Züchter seit hundert Jahren, indem sie keinem Hund die Zuchtzulassung geben, der keine Jagdprüfung bestanden hat. Was im Haus ankommt, ist ein kleiner Hund mit sehr großem Motor: eng an seine eigenen Leute gebunden, scharf gegenüber fremden Hunden, laut auf der Fährte und bereit, dem Dachs im Dunkeln unter der Erde gegenüberzutreten. Jäger kommen unkompliziert mit ihm zurecht. Wer einen kleinen Begleithund sucht, bekommt einen Hund, der nie lockerlässt. Als Ersthund taugt er nichts, als Wohnungshund taugt er nichts, und wer ihm keine Aufgabe geben kann, trifft mit ihm die falsche Wahl. Sag dir das laut, bevor du dich in die Welpenfotos verliebst. Ohne Arbeit sucht er sich seine eigene: graben, bellen, Tore öffnen und alles jagen, was der Haushalt sonst noch im Käfig hält.
Gewohnheiten & Marotten
Schlieft in den Bau
Unter der Erde an Fuchs und Dachs, in einer Röhre, die zum Umdrehen zu eng ist. Der Standard baut den Hund auf den Bau zu: Brustumfang nur 10–12 cm mehr als die Widerristhöhe.
Gibt Laut
Er wurde darauf selektiert, am Wild ausdauernd Laut zu geben, damit der Jäger ihn unter einem Meter Erde orten kann. In der Wohnsiedlung kommt genau diese Lautstärke unverändert an.
Alles Kleine ist Beute
Katzen, Kaninchen, Hühner, der kleine Hund von nebenan. Mit der Familienkatze aufgewachsen, dulden viele genau diese eine Katze und sonst keine. Draußen ist ohne Leine nichts Kleines sicher.
Baut den Garten um
Graben ist die Aufgabe, keine Unart. Ein Jagdterrier ohne Beschäftigung nimmt sich den Rasen vor, dann die Beete, dann die Linie unter dem Zaun, in genau dieser Reihenfolge.
Pflege
| Bewegung | Rechne mit ein paar Stunden echter Arbeit am Tag: jagdliche Arbeit, Fährtenarbeit, Schleppen, Nasenarbeit, Wasser. Spaziergänge an der Leine fallen bei diesem Hund kaum ins Gewicht. |
| Fellpflege | Der leichte Teil. Das glatte Haar braucht ab und zu eine Gummibürste, das rauhe Haar will ein paar Mal im Jahr von Hand getrimmt werden. Nach einem Arbeitstag gehst du Ohren, Augen, Pfoten und Haut nach Schnitten, Dornen und Zecken durch. |
| Training | Fang mit acht Wochen an und hör nicht mehr auf. Viel Sozialisierung mit Menschen und Hunden, und ein Rückruf, der sitzt, lange bevor der Jagdtrieb voll da ist. Auf Druck antwortet er mit Gegendruck, deshalb kommst du mit Konsequenz und Belohnung jedes Mal weiter als mit Härte. |
| Gesundheit | Eine harte, wenig anfällige Rasse mit einem Problem, auf dem du bestehen solltest: primäre Linsenluxation. Sie kommt hier häufig genug vor, dass beide Elterntiere ein freies ADAMTS17-DNA-Ergebnis haben sollten. Lass es dir zeigen. Verletzungen aus der Arbeit, also Bisse, eingerissene Ohren und Augenschäden, sind der andere laufende Posten. |
Häufige Fragen
Ist der Deutsche Jagdterrier ein guter Familienhund?
Für die meisten Familien nicht. Er ist ein Jagdhund, gezüchtet und zuchtzugelassen über die Leistung, mit einem Jagdtrieb, einer Schärfe und einer Ausdauer, die ein normales Zuhause nicht auffangen kann. In einem Jäger- oder Gebrauchshundehaushalt kann er ein hervorragendes Familienmitglied sein: treu, sauber, anspruchslos im Futter, klein genug, um überall zu leben. Ohne dieses Ventil wird er laut, zerstörerisch und gefährlich für kleine Haustiere, und der Tierschutz sieht die Ergebnisse regelmäßig.
Worin unterscheidet er sich vom Foxterrier oder vom Jack Russell?
Er stammt aus Foxterrier-Blut und wurde bewusst in die Gegenrichtung entwickelt. Die Gründer verließen den Foxterrier-Klub in den 1920er-Jahren, weil sie Leistung wollten statt Ausstellungspunkte, und der deutsche Klub verlangt bis heute eine bestandene Jagdprüfung, bevor ein Hund in die Zucht darf. Herausgekommen ist ein Hund mit kräftigerem Knochenbau als der Jack Russell, ruhiger im Haus als der Foxterrier und deutlich schärfer am Wild als beide.
Rauhaar oder Glatthaar – wo liegt der Unterschied?
Beides ist nach FCI-Standard 103 korrekt: verlangt wird dichtes Haar, entweder hart und rauh oder derb und glatt. Rauhaarige tragen mehr Behaarung an Fang und Läufen und wollen gelegentlich von Hand getrimmt werden, Glatthaarige brauchen fast nichts. Weiches, wolliges oder dünnes Haar ist bei beiden Varietäten ein schwerer Fehler. Die Farbe ist bei beiden gleich: schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit klar abgesetztem Loh an Augenbrauen, Fang, Brust, Läufen und Rutenansatz.