Landseer
Auf dem Kontinent eine eigene Rasse, überall sonst eine Fellfarbe.
Eckdaten
| Größe | Sehr groß · 67–80 cm |
| Gewicht | 50–70 kg |
| Lebenserwartung | 10–12 Jahre |
| Energie | Mäßig — eine Stunde am Tag, mehr, wo Wasser ist |
| Haaren | Stark, mit ausgeprägtem Fellwechsel |
| Fell | Langes weiches Doppelfell · weiß mit schwarzen Platten, schwarzer Kopf, weiße Blesse |
| Gruppe | Gebrauchshunde · Berghunde (FCI-Standard Nr. 226, Gruppe 2) |
| Herkunft | Germany and Switzerland |
Rassemerkmale
Freundlichkeit
Pflege
Kopf
Wesen
Zum Wesen sagt der FCI-Standard wenig. Er verlangt einen freundlichen Ausdruck, nennt Wach- und Begleithund als Aufgaben der Rasse und disqualifiziert Hunde, die aggressiv oder übermäßig scheu sind. Den Rest füllen die Besitzer, und was sie beschreiben, ist ein großer Hund, der bewacht, indem er dasteht, und nicht, indem er Lärm macht: aufmerksam an der Tür, leise dabei, und bereit, sich von Kindern anfassen zu lassen, die noch nicht gelernt haben, vorsichtig zu sein. Gezüchtet wurde er fürs Wasser, und so liest er sich bis heute: am glücklichsten auf einem langen Spaziergang, der an einem See endet. Die deutschen und Schweizer Linien wurden auf einen leichteren, höherläufigen Hund als den Neufundländer selektiert, und mit dem Bau kam etwas mehr Spannkraft. Ein Landseer macht weiter, wenn sein schwarzer Vetter sich längst hingelegt hat.
Gewohnheiten & Marotten
Geht ins Wasser
Schwimmhäute, ein Fell für kalte Seen und null Interesse an deinem Plan von einem trockenen Spaziergang. Zeig einem Landseer ein Ufer, und er steht bis zur Brust darin, bevor du den Satz zu Ende gesagt hast.
Fängt immer dasselbe Gespräch an
Auf jedem Spaziergang sagt jemand „Was für ein schöner Neufundländer“. Wer hier einen Landseer führt, hat eine Kurzfassung der Antwort parat, und die passt trotzdem nie auf die Adressmarke.
Bewacht durch Anwesenheit
Er hört die Türklingel und geht nachsehen, aber beim Bellen bleibt es meistens nicht lange. Der abschreckende Teil ist, dass 65 kg Hund im Flur stehen.
Wächst lange
Sehr große Rassen werden spät fertig, und dieser hier legt bis weit ins zweite Jahr hinein zu. Ein so schweres Skelett braucht Zeit zum Wachsen.
Pflege
| Bewegung | Etwa eine Stunde gemächliches Gehen am Tag, dazu Schwimmen, so oft du es einrichten kannst. Erzwungenes Laufen und lange Treppen bleiben weg, bis die Wachstumsfugen geschlossen sind. |
| Fellpflege | Das lange Haar ist weicher und weniger fettig als beim Neufundländer, dadurch lässt es sich leichter bürsten und saugt sich schneller voll. Zwei- bis dreimal pro Woche, im Fellwechsel täglich, und nach dem Schwimmen trocknest du Brust und Achseln gründlich ab. |
| Gesundheit | Hüften und Ellenbogen zuerst, wie bei jedem Hund dieser Größe, und frag nach dem Herzen. Beim Landseer kommt eine COL6A1-Variante dazu, die eine Muskeldystrophie auslöst, 2015 beschrieben und testbar. Frag den Züchter, ob beide Elterntiere untersucht sind. |
| Hitze | Ein Doppelfell für kaltes Wasser passt schlecht zu einem warmen Nachmittag. Geh früh raus, halte Schatten und Wasser in Reichweite, und lass ihn im Sommer lieber auf Fliesen liegen, statt weiterzumachen. |
Häufige Fragen
Ist das nicht einfach ein schwarz-weißer Neufundländer?
Das hängt vollständig davon ab, wen du fragst. AKC und britischer Kennel Club sagen ja: Der Landseer ist dort ein Neufundländer in Schwarz-Weiß, bewertet nach dem Neufundländer-Standard, und keiner der beiden Verbände kennt eine eigene Rasse. Die FCI sagt nein: Der Landseer (Europäisch-kontinentaler Typ) ist eine eigenständige Rasse, Standard 226, 1960 endgültig anerkannt und nach einem Standard bewertet, der einen höheren Hund mit längeren Läufen, weniger massigem Kopf und dünnerer Unterwolle als beim Neufundländer verlangt. Beide Antworten stimmen innerhalb ihres eigenen Systems. Ein schwarz-weißer Welpe aus Neufundländer-Eltern ist überall ein landseerfarbener Neufundländer; ein Landseer ECT ist in FCI-Ländern eine eigene Rasse und in den USA ein Hund, der sich nicht eintragen lässt.
Wie groß wird er tatsächlich?
Der Standard verlangt 72–80 cm Widerristhöhe bei Rüden und 67–72 cm bei Hündinnen, womit die Schulter eines Rüden etwa auf Hüfthöhe eines Erwachsenen liegt. Das Gewicht liegt üblicherweise bei 50–70 kg, bei Rüden im oberen Bereich. Diese Größe diktiert den Alltag: ein Auto, in das er einsteigen kann, Böden, auf denen er nicht wegrutscht, ein Tarif der Hundehaftpflicht, den du vor der Entscheidung prüfst, und das Wissen, dass ein so schwerer Hund in seinen letzten Jahren Hilfe beim Aufstehen brauchen kann.
Wo bekommt man einen Landseer?
Deutschland und die Schweiz sind die Patronatsländer, und hier liegt auch der Schwerpunkt der Zucht, zusammen mit den Niederlanden, Belgien und Italien, jeweils in kleinen Wurfzahlen. In Deutschland führt der Weg über die FCI- und VDH-gebundenen Vereine, und mit einer Warteliste solltest du rechnen. Außerhalb Kontinentaleuropas wird es schwierig: In den USA gibt es überhaupt keine AKC-Anerkennung, nicht einmal den Status im Foundation Stock Service, ein importierter Landseer ECT kann dort also weder als eigene Rasse eingetragen noch als solche ausgestellt werden. Rechne mit Import, Wartezeit und einer ordentlichen Portion Papierkram.