Magyar Agár
Dreißig Kilometer hinter dem Pferd, danach der wärmste Platz im Haus.
Eckdaten
| Größe | Groß · 62–70 cm |
| Gewicht | 22–31 kg |
| Lebenserwartung | 12–14 Jahre |
| Energie | Hoch — gezüchtet für 30–50 km an einem Tag |
| Haaren | Mäßig — im Frühjahr stärker, wenn die Winterunterwolle geht |
| Fell | Kurz, dicht und derb · die meisten Windhundfarben; blau, braun, wolfsgrau, black and tan und dreifarbig schließen aus |
| Gruppe | Windhunde · Kurzhaarige Windhunde (FCI-Standard Nr. 240, Gruppe 10) |
| Herkunft | Ungarn |
Rassemerkmale
Freundlichkeit
Pflege
Kopf
Wesen
Die Wesenszeile des Standards liest sich wie eine Stellenanzeige: unermüdlich, ausdauernd, schnell, hart, robust. Was Haltern zu Hause auffällt, ist der Satz danach. Von Natur aus zurückhaltend, aber nicht scheu, und wachsam — der FCI-Text spricht der Rasse den Instinkt zu, ihre Menschen und deren Eigentum zu schützen, und schließt Aggression zugleich aus; das behaupten wenige Standards der Gruppe 10. Im Alltag ist das ein Hund, der die Türklingel registriert, einmal etwas dazu sagt und die Sache dann ruhen lässt. Mit dem eigenen Haushalt ist er verlässlich, gegenüber Besuch höflich statt begeistert, und aus fast nichts macht er ein Drama. Die Jagd ist unangetastet. Ein Hase, der über ein Feld läuft, zieht stärker als jeder Rückruf, den du aufgebaut hast, und diese Rasse hat den Motor, ein paar hundert Meter weit weg zu sein, bevor sie entscheidet, ob sie zuhört.
Gewohnheiten & Marotten
Strecke statt Spurt
Das alte Tagwerk waren dreißig bis fünfzig Kilometer neben Reitern. Ein Magyar Agár zieht bis heute den langen gleichmäßigen Trab dem kurzen Antritt vor und ist einer der wenigen Windhunde, die lieber weit laufen als schnell.
Wetterfest gebaut
Dicke Haut, kurzes derbes Haar und im Dezember eine echte Unterwolle. Er legt sich freiwillig in den kalten Hof und braucht sehr viel seltener einen Wintermantel als ein Greyhound oder ein Galgo.
Behält die Tür im Blick
Er nimmt wahr, wer kommt, und bleibt interessiert, bis er weiß, wer es ist. Aufdringlich ist daran nichts, aber der weltvergessene Windhund, den viele erwarten, ist er auch nicht.
Benutzt die Nase
Der FCI-Standard hebt eigens hervor, dass die Nase dieser Rasse bemerkenswert ist — bei einem Hund, der über das Auge jagt, ist das selten. Halter sehen es, wenn ihr Hund das Ziel aus den Augen verliert und anfängt, den Boden zu arbeiten.
Pflege
| Bewegung | Eine Stunde oder mehr am Tag, und zwar Strecke statt Runden: lange Wege an der Leine, das Fahrrad, eine sicher eingezäunte Fläche zum Sprinten oder Coursing, wo ein Verein es anbietet. Sind die Kilometer gemacht, kommt er drinnen zur Ruhe und liegt niemandem im Weg. |
| Fellpflege | Zehn Minuten die Woche. Das kurze derbe Haar haart mäßig und geht im Frühjahr richtig, wenn die Winterunterwolle herauskommt. Nach ruppigem Gelände die Haut kontrollieren: Sie ist dicker als bei den meisten Windhunden, an Draht reißt sie trotzdem. |
| Training | Über Belohnung und ohne Eile. Er liest Menschen gut und begreift schnell, ist aber ein Jagdhund mit eigener Meinung, und stumpfes Wiederholen bringt dich nirgendwohin. Bau den Rückruf früh auf, bezahl ihn weiter und plan den Tag mit ein, an dem er nicht funktioniert. |
| Gesundheit | Eine robuste Rasse ohne lange Liste von Erbkrankheiten, wozu der jagdliche Hintergrund beiträgt. Sag jeder Tierarztpraxis vor einer Narkose, dass es ein Windhund ist. Frag Züchter nach Hüften, Augen und Herz — und nach der Tiefe der Ahnentafel: In den 1960er-Jahren ging die Population durch einen harten Flaschenhals. |
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich ein Magyar Agár vom Greyhound?
Gleiche Aufgabe, anderes Tier. Nebeneinander ist der Magyar Agár schwerer in Knochen und Muskulatur, breiter im Schädel, stumpfer im Fang, und seine Rosenohren sind dick — der Standard bevorzugt ausdrücklich schwere Ohren. Die Haut ist dicker, und das Haar bildet im Winter eine Unterwolle. Auf der kurzen Bahn gewinnt der Greyhound. Über die Distanzen, für die Ungarn gezüchtet hat, einen ganzen Jagdtag hinter Pferden, läuft der Magyar Agár noch, und sein eigener Standard nimmt für ihn in Anspruch, den Greyhound auf manchen Strecken zu schlagen. Der Name Ungarischer Windhund ist eine Übersetzung aus Bequemlichkeit: Die Rasse stammt nicht vom englischen Hund ab, auch wenn Züchter im 19. Jahrhundert Greyhound für mehr Tempo eingekreuzt haben.
Ist einer außerhalb Ungarns schwer zu finden?
Ja. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Rasse fast ausgestorben und wurde ab 1963 aus wenigen Überlebenden wieder aufgebaut, die man in den Dörfern fand. Der größte Teil des Bestands ist bis heute ungarisch, mit kleinen Gruppen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Nordamerika. Der AKC erkennt die Rasse nicht an, der UKC seit 2006. In der Praxis führt der Weg über den ungarischen Rasseclub oder einen europäischen Coursing-Verein — und über Warten.
Passt er in eine Familie und zu anderen Tieren?
Zu Menschen meistens gut. Er ist verlässlich, im Haus pflegeleicht und hängt an seinem Haushalt, wobei Gäste Höflichkeit statt Begeisterung bekommen und kleine Kinder lernen müssen, dass man einen schlafenden Windhund in Ruhe lässt. Mit anderen Hunden klappt es in der Regel. Katzen und Kaninchen sind das ehrliche Problem: Ein Hund, der Hasen greifen und töten sollte, ordnet die Familienkatze nicht von selbst unter Familie ein. Manche schaffen es mit sorgfältiger Gewöhnung vom Welpenalter an, viele nie — und es lohnt sich, vor dem Einzug zu entscheiden, welches Risiko du eingehst.