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Mastín del Pirineo

Mastín del Pirineo

Aragóns Wolfshund: weiß, maskiert und nach oben offen.

Auf einen Blick: Ein riesiger Schutzhund von der spanischen Seite der Pyrenäen und die einzige einheimische Rasse, die Aragón hat. Der FCI-Standard setzt eine Untergrenze und keine Obergrenze: Rüden müssen 77 cm Widerristhöhe erreichen, Hündinnen 72 cm, und er verlangt, dass beide deutlich darüber hinausgehen. Die Herden zogen zweimal im Jahr, hinauf auf die Sommerweiden und die Täler hinunter bis in den Maestrazgo, und die Hunde gingen mit — mit der carlanca um den Hals, einem Stachelhalsband aus Eisen oder beschlagenem Leder, das die Kehle schützte, weil der Wolf dorthin zuerst greift. Die Farbe ist hier eine Vorschrift und keine Tendenz. Das Fell ist weiß mit einer dunklen Maske, die vorhanden sein muss, dazu unregelmäßige, klar umrissene Platten in derselben Farbe wie die Maske; die Ohren sind immer gefleckt, Rutenspitze und Unterläufe immer weiß. Ein rein weißer Hund ohne Maske wird disqualifiziert. Zugelassen sind graue, goldgelbe, braune, schwarze, silbergraue, hellbeige, sandfarbene und marmorierte Platten, rote nicht. Ende der 1940er Jahre verschwand der Wolf aus dem Gebirge, und die Rasse verlor mit ihm ihre Arbeit; in den mageren Nachkriegsjahren blieb kaum reines Material übrig. Rafael Malo Alcrudo, Daniel Lloréns Guerrero und Jaime Graus Morales gründeten 1977 den Club del Mastín del Pirineo de España und bauten die Rasse aus Hunden wieder auf, die auf abgelegenen Höfen noch arbeiteten. Alles, was heute lebt, stammt aus dieser Handvoll.

Eckdaten

GrößeRiesig · ab 77 cm (Rüden) / 72 cm (Hündinnen), keine Obergrenze
Gewicht60–100 kg · Rüden 70–100, Hündinnen 55–80 — der Standard nennt keins
Lebenserwartung10–12 Jahre
EnergieNiedrig bis mäßig — Patrouillentempo, kein Sport
HaarenStark — dichtes Fell, kräftige Fellwechsel
FellBorstig, 6–9 cm auf dem Rücken · weiß mit dunkler Maske und Platten in derselben Farbe
GruppeGebrauchshunde · Berghunde (FCI-Standard Nr. 92, Gruppe 2)
HerkunftAragonese Pyrenees, Spanien

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Wesen

Der FCI-Standard wird bei diesem Hund ungewöhnlich warm: freundlich zu Menschen, ruhig, edel und sehr intelligent, gleichzeitig mutig und stolz gegenüber Fremden, vor denen er nie zurückweicht. Der Satz, den Halter am häufigsten zitieren, ist der über andere Hunde — gutmütig und sich seiner überlegenen Kraft bewusst — und er stimmt. Die meisten Mastines del Pirineo lassen einen kleinen Hund seinen Standpunkt vortragen und verzichten auf eine Antwort. Wenn doch einmal gekämpft wird, sagt der Standard, geschieht das mit großem Geschick, und nennt das einen Atavismus aus Jahrhunderten mit Wölfen. Im Alltag ist das ein Hund, der stundenlang liegt und schaut, aufsteht, wenn sich etwas ändert, und das mit einem Bellen aus der Brusttiefe mitteilt. Er lässt sich besser ausbilden als die meisten Herdenschutzhunde, und der Standard schreibt genau das: leicht erziehbar. Seine eigene Sache bleibt die Wachentscheidung. Er klärt für sich, wer da gekommen ist und was das bedeutet, und sagt es dir dann.

BreedQuest-Zensus: Der FCI-Standard Nr. 92 kennt überhaupt keine Obergrenze für die Größe. Rüden müssen 77 cm Widerristhöhe erreichen, Hündinnen 72 cm, und der Standard verlangt anschließend, dass beide diese Werte deutlich übertreffen — über 81 cm bei Rüden, über 75 cm bei Hündinnen. Sind zwei Hunde gleich gut, bekommt der größere den Vorzug.

Gewohnheiten & Marotten

Die Maske ist keine Option

Weiße Grundfarbe, eine dunkle Maske, die klar abgegrenzt sein muss, und Platten in genau dieser Farbe, ohne Muster über den Körper verteilt. Die Ohren tragen immer Flecken, Rutenspitze und Unterläufe bleiben weiß, und scharf abgesetzte Ränder an den Platten sprechen für den Hund. Rein weiß ohne Maske und Platten, die so blass sind, dass sie ins Weiß verlaufen, führen beide zur Disqualifikation.

Ein Fell, das man nachmessen kann

Der Standard legt in der Mitte der oberen Profillinie das Lineal an: 6 bis 9 cm sind ideal, unter 6 oder über 11 cm gelten als Fehler, 4 cm und weniger oder über 13 cm disqualifizieren. Die Textur soll borstig sein und nicht wollig, länger an Hals, Schultern, Bauch und der Rückseite der Läufe, lang und weich an der Rute, die in einer Fahne mit einem Haken an der Spitze endet.

Er weiß, was er wiegt

Fremde Hunde werden angesehen, nicht beantwortet. Die Rasse arbeitete in Gesellschaft anderer Hunde und rund um fremde Herden, und die meisten erwachsenen Tiere tragen daraus eine Art langsame Toleranz mit. Das ist keine Ängstlichkeit: Der Standard sagt ausdrücklich, dass dieser Hund weiß, wozu er in der Lage wäre, und meistens keinen Anlass sieht.

Er meldet früh und aus der Ferne

Bewachen läuft hier über Stimme und Standort, lange bevor irgendetwas anderes kommt. Der Hund stellt sich zwischen das Haus und den Zuweg, beobachtet und legt mit einem tiefen Bellen los, während das, was er gehört hat, noch weit entfernt ist. Die Nachbarn merken das vor dir.

Pflege

Wachstum vor BewegungDie ersten zwei bis drei Jahre ist das eine Baustelle und kein Sportler. Halte junge Hunde von erzwungenen Märschen, wiederholten Treppen und Sprüngen fern, füttere Großrassenfutter nach tierärztlichem Plan statt zur freien Verfügung, und lass den Rahmen in Ruhe zusammenwachsen. Ein erwachsener Hund will eine Stunde ruhiges Gehen am Tag, gern mit etwas Steigung, und sehr viel mehr nicht.
FellpflegeDas borstige Fell wird wöchentlich gebürstet, während der beiden kräftigen Fellwechsel öfter; die Fahne an der Rute, die Befederung hinter den Vorderläufen und die Falten der Wamme prüfst du dabei auf Verfilzungen und Feuchtigkeit. Schere ihn nie: Das Fell arbeitet gegen Hitze genauso wie gegen Kälte. Bei einem Hund dieser Größe schaust du außerdem regelmäßig nach Krallen und Pfoten, denn er wird dir nicht sagen, wenn etwas wehtut.
Zaun und BesuchEr sucht sich eine Grenze und hält sie, der Zaun muss also echt sein, und Freilauf in der Öffentlichkeit steht nicht zur Debatte. Sozialisiere breit und früh und hör nach dem ersten Jahr nicht auf. Besuch empfängst du besser mit dem Hund vor dem Tor, als die Leute einfach hereinlaufen zu lassen. Arbeit über Belohnung passt hier gut, Härte nicht: Ein Achtzigkilohund, der gelernt hat zu diskutieren, ist keine Diskussion, die du über die Hand gewinnst.
Gesundheit und KostenFrag vor allem anderen nach HD- und ED-Auswertungen beider Elterntiere, dazu nach einer Augenuntersuchung — der Standard beschreibt ein in Ruhe leicht loses Unterlid, und Entropium wie Ektropium kommen in der Rasse vor. Das Risiko des tiefen Brustkorbs ist die Magendrehung, also mehrere kleine Mahlzeiten und die Anzeichen lernen. Rechne auch ehrlich: Futter, Narkosen, Versicherung und Tierpension skalieren alle mit dem Körpergewicht, und zehn bis zwölf Jahre sind für so viel Geld und so viel Bindung eine kurze Strecke.

Wie viel Futter braucht ein Mastín del Pirineo? →

Häufige Fragen

Was unterscheidet ihn vom Pyrenäenberghund?

Dasselbe Gebirge, entgegengesetzte Seiten, zwei getrennte Rassen. Der Pyrenäenberghund ist der französische Hund, FCI 137: leichter, überwiegend weiß, und sein Standard verlangt doppelte Afterkrallen an beiden Hinterläufen. Der Mastín del Pirineo ist der spanische und speziell aragonesische, FCI 92, und er ist das schwerere, mastiffartigere Tier — größerer Kopf, breiter Hals, deutliche doppelte Wamme und eine Untergrenze von 77 cm bei Rüden gegenüber dem kleineren Rahmen des Franzosen. Am schnellsten erkennst du es in natura an der Farbe. Ein Pyrenäenberghund darf ganz weiß sein, ein Mastín del Pirineo nicht, weil die dunkle Maske vorgeschrieben ist und ihr Fehlen disqualifiziert. Bei den Afterkrallen ist es umgekehrt: Hier dürfen sie einfach, doppelt, gar nicht vorhanden oder entfernt sein und zählen nur als Kriterium zwischen zwei gleich guten Hunden.

Passt er in einen Haushalt ohne Vieh?

Das kann funktionieren, und es hängt sehr viel mehr am Haushalt als an der Quadratmeterzahl. Der Schutztrieb wartet nicht auf Schafe: Ohne Herde ernennt der Hund eben deine Familie und deine Grundstücksgrenze. Was er wirklich braucht, ist eine sicher eingezäunte Fläche, die er als seine behandeln darf, eine Stunde Spaziergang, jemanden, der ein Hundeleben lang jede Begegnung moderiert, und Nachbarn weit genug weg, um mit tiefem Bellen in der Nacht zu leben. Ein Haus mit Garten und ein Mensch, der sich das wirklich vornimmt, reichen aus. Eine Wohnung mit gemeinsamem Treppenhaus und einem Strom fremder Leute ist ungefähr die schlechteste verfügbare Umgebung, und wer als Ersthundemensch einen unkomplizierten großen Familienhund wollte, sieht sich besser woanders um.

Wie lange dauert es, bis er erwachsen ist?

Körperlich zwei bis drei Jahre, im Kopf oft länger. Das ist für einen Riesenmolosser normal und überrascht die Leute trotzdem. Ein Sechsmonatiger ist bereits groß genug, um einen erwachsenen Menschen versehentlich zu verschieben, und hat noch das Urteilsvermögen eines Welpen — die Erziehung muss also deutlich vor der Größe fertig sein. Der Schutzinstinkt schaltet sich irgendwann im zweiten Jahr zu, meist als veränderter Umgang mit Ankommenden und nicht als ein dramatischer Vorfall. Wer Sozialisierung und Umgangsformen nach vorn zieht, bekommt einen einfachen erwachsenen Hund. Wer wartet, bis der Hund reif wird, bekommt einen achtzig Kilo schweren Halbwüchsigen mit eigener Meinung.

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