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🇩🇪 Hundesteuer: Stadt für Stadt

Deutschland besteuert Hunde, und zwar auf der kleinsten Ebene, die es gibt. Deine Gemeinde legt den Satz fest — nicht das Land, nicht der Bund. Deshalb kann sich der Bescheid beim Umzug über eine Stadtgrenze verdoppeln, und deshalb gibt es keine eine bundesweite Zahl. 2026 kostet der erste Hund je nach Ort etwa 65 bis 186 € im Jahr. Ein Listenhund kann über tausend kosten.

Wer sie erhebt, und warum es überhaupt eine Steuer ist

Die Hundesteuer ist eine Aufwandsteuer — eine Steuer auf besondere Konsumaufwendungen, verwandt mit der Zweitwohnungssteuer. Sie ist keine Gebühr für eine Leistung, also hängt an ihr auch keine Gegenleistung: Sie fließt in den Gemeindehaushalt wie jede andere Einnahme, nicht in Hundewiesen.

Eine Folge überrascht Zugezogene regelmäßig. Katzen werden nicht besteuert, andere Haustiere auch nicht. Deutschland besteuert ausdrücklich Hunde, und das seit dem 19. Jahrhundert, als es weniger ums Geld ging als darum, die Zahl streunender Hunde zu senken.

Die Sätze 2026

Die Tabelle unten zeigt die fünfzehn größten Städte. Im Bundesschnitt liegt der erste Hund bei rund 123 € im Jahr; die günstigsten Gemeinden liegen um 65 €, und Mainz ist mit 186 € die teuerste der großen Städte.

Die Sätze ändern sich mit jeder Haushaltsrunde, und kleine Gemeinden ändern sie häufiger als große. Nimm das hier als Momentaufnahme mit Datum — was zählt, ist die Satzung deiner eigenen Gemeinde.

Stadt1. Hund2. HundListenhund
Berlin120 €180 €kein eigener Satz
Hamburg90 €90 €600 €
München100 €100 €800 €
Köln174 €174 €kein eigener Satz
Frankfurt am Main102 €102 €900 €
Stuttgart144 €288 €816 €
Düsseldorf96 €150 €600 €
Leipzig150 €150 €kein eigener Satz
Dortmund156 €204 €468 €
Essen156 €216 €852 €
Bremen150 €150 €kein eigener Satz
Dresden108 €144 €kein eigener Satz
Hannover150 €276 €720 €
Nürnberg132 €132 €1.056 €
Mainz186 €216 €600 €

pro Jahr, 2026

Warum der zweite Hund mehr kostet

Die meisten Städte verlangen ab dem zweiten Hund mehr, und der Sprung ist gewollt. Stuttgart verdoppelt, Hannover fast, Essen und Dortmund legen rund ein Drittel drauf. Ein paar — Hamburg, München, Köln, Leipzig — nehmen für jeden Hund dasselbe und verzichten ganz auf die Staffel.

Wer über einen zweiten Hund nachdenkt, sollte diese Zahl neben Futter und Versicherung in die Planung schreiben; sie ist die, die vergessen wird. In Stuttgart sind das 144 € gegen 432 € im Jahr für die beiden zusammen.

Der Satz für Listenhunde

Das ist der Teil, der die meisten trifft. Ein Hund auf der Rasseliste des Landes wird fast überall dort, wo es eine Liste gibt, mit einem Straftarif belegt — 468 € in Dortmund, 600 € in Hamburg und Düsseldorf, 800 € in München, 900 € in Frankfurt, 1.056 € in Nürnberg. Das ist das Fünf- bis Zehnfache des normalen Satzes, jedes Jahr, das Hundeleben lang.

In vielen Kommunen gibt es einen Ausweg, und es ist derselbe Test, der auch die übrigen Auflagen aufhebt: Wer den Wesenstest besteht, wird in vielen Städten wieder zum Normalsatz veranlagt. Nicht in allen — manche gewähren keinerlei Ermäßigung —, also prüfe die Satzung deiner Stadt, bevor du davon ausgehst, dass sich der Test rechnet. Wo er es tut, rechnet er sich in Monaten.

Wer nicht zahlt

Befreiungen und Ermäßigungen sind ebenfalls kommunal und daher unterschiedlich, aber einige kehren fast überall wieder. Assistenzhunde, Blindenführhunde eingeschlossen, sind in der Regel ganz befreit. Ein Hund aus dem Tierheim ist oft im ersten Jahr frei — ein bewusster Anreiz zur Adoption. Diensthunde im öffentlichen Einsatz, geprüfte Rettungshunde und Herdenschutzhunde auf einem Betrieb sind häufig befreit oder ermäßigt.

Ermäßigungen muss man beantragen und belegen, und rückwirkend gilt wenig. Wer aus dem Tierheim adoptiert hat, fragt besser in den ersten Wochen nach als zum Jahresende.

Anmelden — und was passiert, wenn nicht

Den Hund meldest du kurz nach seinem Einzug bei der Gemeinde an, oder nach deinem Umzug mit ihm; die Frist liegt meist bei zwei Wochen bis einem Monat. Die meisten Städte machen das inzwischen online, und du bekommst eine Steuermarke mit Nummer, die der Hund tragen soll.

Nicht anzumelden ist eine Ordnungswidrigkeit, und die Gemeinde kann die nicht gezahlte Steuer für zurückliegende Jahre nachfordern, zusätzlich zum Bußgeld. Da der Hund in sieben Ländern ohnehin versichert und fast überall kennzeichnungspflichtig ist, ist das Fernbleiben vom Register eine kurzfristige Ersparnis mit langem Nachspiel.

Fragen

Wie hoch ist die Hundesteuer in Deutschland?

Das hängt ganz von der Gemeinde ab. 2026 kostet der erste Hund in den größeren Städten rund 65 bis 186 € im Jahr, im Bundesschnitt etwa 123 €. Berlin verlangt 120 €, München 100 €, Hamburg 90 €, Köln 174 € und Mainz 186 €.

Warum ist die Steuer für einen Listenhund höher?

Kommunen setzen für Hunde auf der Rasseliste ihres Landes einen Straftarif an — von rund 468 € in Dortmund bis 1.056 € in Nürnberg, also das Fünf- bis Zehnfache des normalen Satzes. In vielen Städten senkt ein bestandener Wesenstest den Hund auf den Normalsatz zurück, aber nicht jede Stadt gewährt das.

Zahle ich für den zweiten Hund mehr?

In den meisten Städten ja. Stuttgart verdoppelt den Satz, Hannover und Essen legen deutlich drauf. Hamburg, München, Köln und Leipzig verlangen für jeden Hund dasselbe.

Gibt es in Deutschland eine Katzensteuer?

Nein. Die Hundesteuer gilt nur für Hunde. Keine deutsche Gemeinde erhebt eine vergleichbare Steuer auf Katzen oder andere Haustiere.

Wer ist von der Hundesteuer befreit?

Das regelt jede Gemeinde selbst, aber Assistenz- und Blindenführhunde sind in der Regel befreit, ein Hund aus dem Tierheim ist oft im ersten Jahr frei, und Diensthunde, geprüfte Rettungshunde und Herdenschutzhunde sind häufig befreit oder ermäßigt. Befreiungen muss man beantragen.

Was passiert, wenn ich meinen Hund nicht anmelde?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Gemeinde kann die Steuer für zurückliegende Jahre nachfordern und zusätzlich ein Bußgeld verhängen — die Ersparnis hält also nicht lange.

Zuletzt am 12.08.2026 anhand der Quellen unten geprüft.

Quellen