BreedQuestRassenLaufhundeBayerischer Gebirgsschweisshund
Teilen
Bayerischer Gebirgsschweisshund

Bayerischer Gebirgsschweisshund

Gezüchtet, um am Riemen stundenlang der Wundfährte eines verletzten Tieres zu folgen, damit es schnell statt langsam verendet.

Auf einen Blick: Der Bayerischer Gebirgsschweisshund ist ein mittelgroßer deutscher Jagdhund, gezüchtet für eine einzige Aufgabe: am langen Riemen die Wundfährte eines verletzten Tieres zu verfolgen, bis es gefunden ist — mitunter Stunden oder sogar Tage nach dem Schuss. Der FCI-Standard Nr. 217 stellt ihn in Gruppe 6, Sektion 2 — die Schweißhunde, klar abgegrenzt von den lauten, frei jagenden Meutehunden der Sektion 1 — und verlangt einen Hund, der „im Ganzen ausgeglichen, etwas leicht, sehr beweglich und muskulös" ist, 44–52 cm Widerristhöhe und 17–30 kg, mit einem Körper, der etwas länger als hoch ist. Gezüchtet wurde er nach 1870 von Baron Karg-Bebenburg aus Bad Reichenhall, der den schwereren Hannoverscher Schweisshund (FCI №213) mit einheimischen roten Gebirgslaufhunden kreuzte, um einen Hund zu bekommen, der das steile Alpengelände bewältigen konnte, an dem der Hannoveraner scheiterte. Der Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde, 1912 in München gegründet, ist — nach den eigenen Worten des Standards — der einzige in Deutschland anerkannte Zuchtverein der Rasse, und er vergibt seine Welpen bis heute fast ausschließlich an Jäger und Berufsjäger mit gültigem Jagdschein.

Eckdaten

GrößeMittelgroß · 44–52 cm (Rüden 47–52, Hündinnen 44–48)
Gewicht17–30 kg (Rüden 20–30, Hündinnen 17–25) — idealer Bereich, den der Standard selbst vorgibt
Lebenserwartung10–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Erhebungsdaten; der Standard nennt keine
EnergieHoch — stundenlange, konzentrierte Riemenarbeit, kein freies Galoppieren
HaarenGering bis mäßig — kurzes, dichtes Fell, kein dokumentierter starker Fellwechsel
FellDicht, anliegend, mäßig hart · dunkelrot bis falb oder biskuitfarben, einfarbig oder gestromt, mit dunklerer Maske
GruppeJagdhund · Schweißhund für die Nachsuche (FCI №217, Gruppe 6)
HerkunftBayern, Deutschland
FCI-Gruppe6 — Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen · FCI 217

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Der Bayerischer Gebirgsschweisshund in Zahlen

Die meistgesuchten Fakten zum Bayerischer Gebirgsschweisshund — Preis, Lebenserwartung, Gewicht, Haaren und Farben, an einem Ort.

Preis

Seltener — rechne mit Warteliste und etwas Anfahrt zu einem seriösen Züchter, was den Preis nach oben treibt. Rechne mit gleichmäßigen laufenden Kosten — mittlerem Futter, üblicher Tierarztvorsorge und Versicherung.

Wir nennen keine feste Zahl: Der echte Preis hängt von Züchter, Region, Blutlinie und Gesundheitstests ab — und aus dem Tierschutz kostet er einen Bruchteil eines Züchterwurfs. Adoptieren ist fast immer der günstigste Weg.

Lebenserwartung
10–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Erhebungsdaten; der Standard nennt keine
Gewicht
17–30 kg (Rüden 20–30, Hündinnen 17–25) — idealer Bereich, den der Standard selbst vorgibt
Größe
Mittelgroß · 44–52 cm (Rüden 47–52, Hündinnen 44–48)
Haaren
Gering bis mäßig — kurzes, dichtes Fell, kein dokumentierter starker Fellwechsel
Farben
Dicht, anliegend, mäßig hart · dunkelrot bis falb oder biskuitfarben, einfarbig oder gestromt, mit dunklerer Maske

Wesen

Die Wesensbeschreibung des Standards ist unmissverständlich: „Ruhig und ausgeglichen, seinem Führer ergeben, Fremden gegenüber zurückhaltend. Verlangt wird ein wesensfester, selbstsicherer, unerschrockener, führiger Hund, weder scheu noch aggressiv." Das beschreibt einen Hund, der stundenlang ruhig neben dem Jäger sitzen und sich dann, einmal auf eine kalte Fährte angesetzt, voll und ganz hineinsteigern kann — keinen, der auf eigene Faust arbeitet. Er ist in erster Linie eine spezialisierte Arbeitsrasse, und die meisten Würfe des Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde gehen an Jäger und Berufsjäger mit gültigem Jagdschein, die ihm echte Nachsuchearbeit bieten können; diese Vergabepraxis ist Vereinssache, keine Zeile des FCI-Standards, bestimmt aber trotzdem, wer realistisch überhaupt einen bekommt.

Gut zu wissen: FCI-Standard Nr. 217 — Gruppe 6, Sektion 2 Schweißhunde, mit Arbeitsprüfung, Ursprungsland Deutschland. Die FCI hat die Rasse am 14. November 1959 endgültig anerkannt; der gültige Standard wurde am 22. August 2017 veröffentlicht, Amtssprache ist Deutsch.

Gewohnheiten & Marotten

Am Riemen geführt, nicht frei laufend

Sektion 2 ist genau der Punkt: anders als die frei jagenden, laut hallenden Meutehunde der Sektion 1 in Gruppe 6 bleibt ein Schweißhund wie dieser am langen Riemen und arbeitet nahezu lautlos eine Bodenfährte aus, die Stunden oder sogar Tage alt sein kann, mit dem Hundeführer unmittelbar dahinter.

Die Aufgabe ist krankes Wild zu finden, nicht gesundes zu hetzen

Ein Schweißhund arbeitet auf Schweiß — in der alten Weidmannssprache das Wort für Wildblut — nach einem Schuss, der krank schießt statt sofort zu töten. In Deutschland und Österreich sind Nachsuche und das anschließende Erlösen des Wildes kein sportliches Beiwerk, sondern eine Pflicht, die im Jagdrecht und in der Praxis des Tierschutzes verankert ist, damit das Tier schnell verendet statt zu leiden.

Leichter gezüchtet als die eigene Ursprungsrasse

Diese Rasse gibt es, weil der schwerere Hannoverscher Schweisshund (FCI №213) — 50–55 cm und bis zu 40 kg — im steilen Gebirge an seine Grenzen kam. Nach 1870 kreuzte Baron Karg-Bebenburg hannoversches Blut mit einheimischen roten Gebirgslaufhunden, um einen für die Alpen leichteren Hund zu schaffen; mit 44–52 cm und bis zu 30 kg ist er deutlich kleiner als die Rasse, aus der er hervorging.

Ein dunklerer Kopf auf rotem Fell

Der Standard lässt Dunkelrot, Hirschrot, Rotbraun, Gelbrot, Falb bis Bisquitfarben und Rotgrau zu, einfarbig oder gestromt — Fang und Behang sollen jedoch dunkler als der übrige Körper sein, und ein kleiner heller Fleck auf der Brust, der „Bracken-Stern", ist erlaubt. Rutscht die Farbe jedoch in ein echtes Schwarz mit roten Abzeichen ab, gilt das als schwerer Fehler; eine nicht anerkannte Farbe disqualifiziert vollständig.

Gesundheit

Der Standard setzt keine Gesundheitsliste — er beschreibt einen soliden, selbstsicheren Arbeitshund und belässt es dabei — deshalb dreht sich der ehrliche Rat hier um Wesen und Verwendung statt um ein Untersuchungsprogramm. Das ist ein auf die Schweißarbeit spezialisierter Hund, ruhig und still im Haus, aber gebaut, um voll aufzudrehen, sobald er auf eine Fährte gesetzt wird, und ein solcher Hund bleibt nur dann seelisch gesund, wenn er echte Arbeit oder einen ernsthaften Ersatz bekommt: Langeweile ist das größte Wohlfahrtsrisiko dieser Rasse. Die Hängeohren wollen die routinemäßige Kontrolle und Reinigung, die jedes hängende Ohr braucht. Und der Fährtentrieb ist ebenso eine Sicherheitsfrage wie ein Zeitvertreib: Das ist ein Hund, der einer Witterung mit voller Konzentration folgt, deshalb zählen sicheres Gelände und ein verlässlicher Rückruf. Hol ihn beim Rasseclub oder bei einer Züchterin oder einem Züchter aus dem Arbeitsbereich, die ihre Hunde testen und ehrlich sagen, ob er überhaupt zu dir passt.

Ernährung

BewegungMit freiem Auslauf im Garten wird dieser Hund nicht müde. Seine Arbeit sind stundenlange, konzentrierte Fährtenarbeit mit der Nase am Boden, am Riemen — gib ihm also echte Nasenarbeit: Fährtentraining, Schweißfährten aus der Schleppe, echten Nachsuchedienst, wo es erlaubt ist, statt bloßer Kilometer. Ein langer Spaziergang ohne etwas zum Verfolgen lässt genau den Teil von ihm ungenutzt, auf den es ankommt.
FellpflegeDas dichte, mäßig harte Fell braucht nur gelegentliches Bürsten und haart wenig. Der eigentliche Pflegepunkt ist der schwere, eng anliegende Behang: Kontrolliere und reinige ihn regelmäßig, denn nach einem Tag Nasenarbeit dicht über dem Boden staut sich dort Feuchtigkeit.
TrainingDer Standard verlangt einen Hund, der „wesensfest, selbstsicher, unerschrocken und führig" ist — zu Hause ruhig, auf der Fährte aber mit voller Hingabe. Diese Kombination lässt sich am besten über echte Fährtenarbeit ausbilden, nicht über allgemeine Gehorsamsübungen; dieser Hund ist darauf angelegt, stundenlang allein ein Problem zu lösen, und braucht eine Aufgabe, die das respektiert.
GesundheitWeder der FCI-Standard noch die allgemeine Rasseliteratur dokumentieren eine weithin anerkannte rassespezifische Erkrankung. Die langen, schweren Ohren sind eine regelmäßige Kontrolle auf Entzündungen wert, und da die Zuchtpopulation außerhalb Deutschlands und Österreichs klein und stark spezialisiert ist, frag bei jedem angebotenen Wurf nach der Tiefe des Pedigrees.

Füttere den Bayerischer Gebirgsschweisshund nach seiner tatsächlichen Auslastung — ein Hund, der Stunden konzentrierter Fährtenarbeit leistet, braucht echten Brennstoff, während einer, der zwischen den Einsätzen wartet, deutlich weniger braucht, und beide fressen nicht gleich. Halte ihn schlank und muskulös, so wie der Standard die Rasse beschreibt: eine sichtbare Taille, fühlbare Rippen und Leckerlis in den Tag eingerechnet statt obendrauf. Ein Arbeitshund verdient sein Futter über die Ausdauer, und Übergewicht ist der schnellste Weg, sie stumpf zu machen.

Wie viel Futter braucht ein Bayerischer Gebirgsschweisshund? →

Welpen-Ratgeber

Ein Bayerischer-Gebirgsschweisshund-Welpe ist ein werdender Arbeitshund und muss auch so großgezogen werden. Sozialisiere ihn breit und mach ihn früh mit dem Angefasstwerden und mit neuen Orten vertraut, denn der erwachsene Hund ist von Natur aus reserviert gegenüber Fremden, und frühe Gewöhnung verhindert, dass daraus Misstrauen wird. Halte die harte körperliche Arbeit leicht, solange die Gelenke wachsen, und füttere stattdessen die Nase — einfaches Fährtensuchen und Nasenspiele passen zu dieser Rasse weit besser als wiederholtes Apportieren. Vor allem: Sei ehrlich, bevor du anfängst, ob du dem erwachsenen Hund die Fährtenarbeit geben kannst, für die er gebaut ist — das Wesen, das einen hervorragenden Fährtenhund macht, macht ein frustriertes Wohnzimmerstück.

Zur kompletten Welpen-Checkliste →

Training

Der Standard verlangt einen führigen, seinem Herrn ergebenen Hund, und damit trainierst du: Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund bindet sich sehr fest an seinen Führer und arbeitet willig für diese Bindung, aber er ist ein konzentrierter Spezialist, kein Allzweck-Obedience-Hund. Bau einen verlässlichen Rückruf und ruhige Manieren mit konsequenter, belohnungsbasierter Führung auf, halte Fremde als neutralen Teil des Bildes, statt Begegnungen zu erzwingen, und lenk den Fährtentrieb in die echte Sache — gelegte Fährten, Schweißarbeit, Nasenspiele — denn das ist ein Kopf, der eine Aufgabe braucht und ohne sie sauer wird. Aufs Fährten trainiert und zum Arbeiten gebracht, ist er ein ruhiger, tief treuer Partner.

Mehr zum Rückruftraining mit Belohnung →

Lebenserwartung

Bayerische Gebirgsschweisshunde werden 10–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Erhebungsdaten; der Standard nennt keine alt. Der Bayerischer Gebirgsschweisshund ist ein robuster, für seinen Zweck gebauter Arbeitshund, und du hältst ihn am oberen Ende dieser Spanne genauso, wie du ihn ausgeglichen hältst: ein schlankes, muskulöses Gewicht, saubere Ohren und vor allem eine echte Aufgabe für diese Nase — denn ein Fährtenhund ohne etwas zu suchen verliert die Verfassung im Kopf lange vor dem Körper.

Ähnliche Rassen

Rassen mit ähnlichem Körperbau und ähnlicher Herkunft — einen Blick wert, wenn diese hier nicht ganz zu dir passt.

Rassen mit diesem Aussehen

Häufige Fragen

Ist der Bayerischer Gebirgsschweisshund dasselbe wie der Hannoverscher Schweisshund?

Nein — Ursprungs- und Tochterrasse, nicht dieselbe Rasse. Der Hannoverscher Schweisshund trägt den FCI-Standard Nr. 213, hervorgegangen aus den alten Bracken- und Leithund-Linien der hannoverschen Jägerei; er ist der schwerere der beiden, 50–55 cm und bis zu 40 kg. Nach 1870 kreuzten Züchter ihn mit leichteren roten Gebirgslaufhunden, um den Bayerischer Gebirgsschweisshund zu schaffen, FCI-Standard Nr. 217 — gerade weil der Hannoveraner für das steile Alpengelände zu schwer war. Beide sind Schweißhunde der Gruppe 6, Sektion 2, und erledigen dieselbe Aufgabe — krankes Wild am Riemen zu verfolgen —, aber der Bayerische ist die kleinere, fürs Gebirge gebaute Version.

Was macht ein Schweißhund eigentlich, und warum ist das wichtig?

Er findet Wild, das ein Jäger angeschossen, aber nicht sofort erlegt hat, indem er am langen Riemen der Schweißfährte folgt — manchmal stundenlang oder über mehr als einen Tag. Das ist weder für den Hund noch für den Führer ein Hobby: In Deutschland, Österreich und anderen Jagdrechtsordnungen sind die Nachsuche und das Erlösen von krankem Wild eine rechtliche und weidgerechte Pflicht des Jägers, und der Schweißhund ist das Werkzeug, das das überhaupt möglich macht. Bleibt verletztes Wild ohne Nachsuche, kann es tagelang leiden, bevor es verendet — genau deshalb gibt es diese Rasse und ihre Verwandten aus Sektion 2.

Kann ich mir einen als Familienhund statt als Jagdhund zulegen?

Es ist schwierig, und das größtenteils mit Absicht. Es handelt sich um eine spezialisierte Arbeitsrasse für die Nasenarbeit unter enger Führung, und der Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde — der einzige in Deutschland anerkannte Zuchtverein der Rasse — vergibt die große Mehrheit seiner Würfe an Jäger und Berufsjäger mit gültigem Jagdschein, aus Vereinspraxis, nicht aus FCI-Regel. Ein Zuhause ohne echte Fährtenarbeit lässt sich den meisten Züchtern nur schwer verkaufen, und es ist ein härteres Leben für einen Hund, der darauf angelegt ist, eine Fährte verfolgen zu wollen.

Haart der Bayerischer Gebirgsschweisshund viel?

Ja: Der Bayerischer Gebirgsschweisshund haart stark und verliert das ganze Jahr über Haare, mit kräftigem Fellwechsel je nach Jahreszeit. Bürste ihn mehrmals pro Woche und stell dich auf regelmäßiges Staubsaugen ein; wenn loses Fell für dich gar nicht geht, ist das nicht das richtige Fell für dich.

Ist der Bayerischer Gebirgsschweisshund hypoallergen?

Eher nicht. Kein Hund ist wirklich hypoallergen, und das haarende Fell des Bayerischer Gebirgsschweisshund gibt jede Menge der Hautschuppen ab, die Allergien auslösen. Wenn bei dir zu Hause jemand allergisch ist, ist das keine der einfachsten Rassen fürs Zusammenleben – verbring vorher Zeit mit einem.

Ist der Bayerischer Gebirgsschweisshund leicht zu erziehen?

Einigermaßen. Der Bayerischer Gebirgsschweisshund lässt sich mit Konsequenz und Belohnungen erziehen, auch wenn er nicht der schnellste Lerner ist. Halte die Einheiten kurz und positiv und hab Geduld bei den Grundlagen wie dem Rückruf.

Tools und Ressourcen