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Brandlbracke

Brandlbracke

Vieräugl – der lohfarbene Fleck über jedem Auge, der dieser österreichischen Bracke ein zweites Augenpaar schenkt.

Auf einen Blick: Die Brandlbracke ist eine mittelgroße österreichische Bracke, 48–56 cm Widerristhöhe, kräftig und langgestreckt gebaut, dabei elastisch genug für einen ganzen Arbeitstag. Der Standard nennt sie einen echten Nachkommen der Keltenbracke, fügt aber gleich hinzu, dass es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts keine geregelte Zucht gab und sich davor nichts sicher belegen lässt. Ihre Aufgabe war und ist die Jagd mit Spurlaut – sie verfolgt das Wild mit lauter, weithin tragender Stimme, der der Jäger zu Fuß folgen kann –, und das im Hochgebirge ebenso wie im Flachland, dazu die Nachsuche auf krankes Wild bis zum Erlegen. Das Haarkleid ist kurz, dicht und seidig-schwarz, unterbrochen nur von hell- bis dunkelbraunem Brand, und zwei dieser Abzeichen sind nicht verhandelbar: je ein lohfarbener Fleck über den Augen. Die Österreicher nennen das Ergebnis Vieräugl, und der FCI-Standard disqualifiziert jeden Hund, dem sie fehlen. Die FCI führt die Rasse in Gruppe 6, Sektion 1.2, Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung.

Eckdaten

GrößeMittelgroß · 48–56 cm (Rüden 50–56, Hündinnen 48–54)
Gewicht15–22 kg — Rasseliteratur; der Standard nennt kein Gewicht
Lebenserwartung12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten
EnergieHoch — gebaut für ganze Tage im Berggelände
HaarenGering — kurzes Fell, haart das ganze Jahr über leicht
FellKurz, dicht, glatt anliegend mit Seidenglanz · schwarz mit hell- bis dunkelbraunem Brand
GruppeLaufhund · Mittelgroßer Laufhund (FCI Nr. 63, Gruppe 6)
HerkunftÖsterreich
FCI-Gruppe6 — Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen · FCI 63

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Der Brandlbracke in Zahlen

Die meistgesuchten Fakten zum Brandlbracke — Preis, Lebenserwartung, Gewicht, Haaren und Farben, an einem Ort.

Preis

Seltener — rechne mit Warteliste und etwas Anfahrt zu einem seriösen Züchter, was den Preis nach oben treibt. Rechne mit gleichmäßigen laufenden Kosten — mittlerem Futter, üblicher Tierarztvorsorge und Versicherung.

Wir nennen keine feste Zahl: Der echte Preis hängt von Züchter, Region, Blutlinie und Gesundheitstests ab — und aus dem Tierschutz kostet er einen Bruchteil eines Züchterwurfs. Adoptieren ist fast immer der günstigste Weg.

Lebenserwartung
12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten
Gewicht
15–22 kg — Rasseliteratur; der Standard nennt kein Gewicht
Größe
Mittelgroß · 48–56 cm (Rüden 50–56, Hündinnen 48–54)
Haaren
Gering — kurzes Fell, haart das ganze Jahr über leicht
Farben
Kurz, dicht, glatt anliegend mit Seidenglanz · schwarz mit hell- bis dunkelbraunem Brand

Wesen

Der Wesensabschnitt des Standards ist kurz und genau: „Feinnasig, vor allem auch am Hasen spurlauter Hund, mit Spurwillen, Spursicherheit und angenehmem Wesen.“ Nüchtern gelesen heißt das: ein Hund, bei dem die Nase an erster Stelle steht und alles andere danach kommt – er wird laut, sobald er eine Fährte aufnimmt, allen voran die des Hasen, und hält die Spur mit einer Beharrlichkeit, die der Standard als spurwillig und spursicher bezeichnet. „Angenehmes Wesen“ ist das Versprechen des Standards, dass in alldem keine Härte steckt; die Rasseliteratur ergänzt, dass sie zu Hause freundlich und ausgeglichen ist, wenn auch nicht die naheliegende Wahl für einen Haushalt mit kleinen Kindern. Am Ende ist sie vor allem eins: ein Jagdgebrauchshund, dessen Nase nie abschaltet.

Gut zu wissen: FCI-Standard Nr. 63 — Gruppe 6, Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung, Ursprungsland Österreich. Die FCI hat die Rasse am 3. September 1954 endgültig anerkannt; der gültige Standard wurde am 10. Oktober 1995 veröffentlicht, seine Originalsprache ist Deutsch.

Gewohnheiten & Marotten

Vier Augen, keine Ausnahme

Die beiden lohfarbenen Abzeichen über den Augen — im österreichischen Jägerjargon Vieräugl — sind keine Farbvorliebe, sie sind eine Ja-oder-Nein-Linie im Standard. Fehlt einer Brandlbracke auch nur eines davon, ist sie im Ring disqualifiziert, wie richtig auch sonst alles an ihr sein mag.

Kündigt den Hasen von Weitem an

„Spurlaut“ heißt: laut und ununterbrochen bellen auf heißer Fährte, und der Standard nennt ausgerechnet den Hasen als das Wild, für das sie das vor allem tut. Der Jäger folgt der Stimme, nicht dem Hund, durch Dickicht, in dem er sonst gar nichts sehen würde.

Ein Körper für den Aufstieg gebaut

Starke Knochen, ein langer Rücken und leicht aufgezogene Lenden tragen sie über Gelände, das der Standard im selben Satz in „Hochgebirge sowie auch Flachland“ teilt — eine Bracke ohne festes Lieblingsgelände, nur mit Ausdauer.

Verkauft an Jäger, nicht an Familien

Deutsche und österreichische Rassezuchtvereine vermitteln Welpen fast ausschließlich an Jäger, und zwischen beiden Ländern kommen im Schnitt nur rund 220 pro Jahr zur Welt — das hält die Rasse so gut wie unauffindbar außerhalb dieses Kreises.

Gesundheit

Weder der Standard noch die Rasseliteratur nennt eine breit anerkannte rassetypische Erkrankung der Brandlbracke — sie ist eine robuste Arbeitsbracke. Zwei Dinge verdienen trotzdem Aufmerksamkeit. Die hängenden, mittellangen Ohren wollen eine regelmäßige Kontrolle auf Entzündungen, der übliche Preis eines Hängeohrs bei einem Hund, der draußen lebt. Und weil die Zuchtpopulation außerhalb Österreichs und Deutschlands klein und geschlossen ist, frag nach der Ahnentafeltiefe, wo immer ein Wurf auftaucht. Ansonsten gib ihr die Arbeit, die ihre Nase braucht, und halte sie schlank.

Ernährung

BewegungDas ist eine Bracke, die an einem Tag Hochgebirge und offenes Land arbeiten kann, da reicht eine Runde um den Block nicht im Entferntesten. Gib ihr täglich echte Strecke mit einer Fährte zum Verfolgen — Jagd, Fährtenarbeit oder lange Wanderungen ohne Leine passen ihr weit besser als eine Leinenrunde.
FellpflegeDas kurze, dichte, seidige Haar haart nur leicht und braucht nur gelegentlich eine Bürste, um gepflegt auszusehen. Einen großen Unterwollwechsel gibt es nicht einzuplanen, was ungewöhnlich ist für eine Bracke, die sonst bei jedem Wetter draußen lebt.
TrainingDie Nase führt Regie, und die eigenen Worte des Standards — sie verfolgt die Fährte „mit Spurwillen und Spursicherheit“ — beschreiben einen Hund, der eine Spur, einmal aufgenommen, nicht mehr aufgibt. Der Rückruf muss früh anfangen und konsequent bleiben; das ist keine Rasse, die mit dem eigenen Instinkt streitet und dabei verliert.
GesundheitWeder der Standard noch die Rasseliteratur nennen eine breit anerkannte rassetypische Erkrankung. Die hängenden, mittellangen Ohren verdienen eine regelmäßige Kontrolle auf Entzündungen, und angesichts der kleinen, geschlossenen Zuchtpopulation außerhalb Österreichs und Deutschlands lohnt es sich, überall dort, wo ein Wurf auftaucht, nach der Ahnentafeltiefe zu fragen.

Das ist eine Bracke, gebaut, um an einem Tag Hochgebirge und offenes Land zu arbeiten, und sie verbrennt entsprechend Energie: Füttere also nach der Arbeit, die der Hund tatsächlich leistet, und halte sie schlank und fit. Eine Brandlbracke mitten in der Jagdsaison und eine in einer ruhigeren Woche brauchen nicht dieselbe Portion. Wieg die Mahlzeiten ab, rechne Leckerlis in die Tagesration mit ein und ziele auf Rippen, die du fühlst; eine arbeitende Bracke trägt kein Übergewicht.

Wie viel Futter braucht ein Brandlbracke? →

Welpen-Ratgeber

Ein Brandlbracken-Welpe ist von Anfang an eine Nase auf vier Beinen, selektiert auf Schärfe und Ausdauer, also geht es im ersten Jahr um Richtung. Fang früh mit dem Rückruf an und bleib dran, denn wenn sich dieser Hund einmal in eine Witterung verbissen hat, gibt er sich ihr ganz hin — du bringst den Aus-Schalter bei, bevor der Instinkt voll da ist. Sozialisiere ihn breit, gewöhn ihn ans Kontrollieren der Ohren, und gib dem wachsenden Kopf und Körper echte Arbeit im Freien. Bedenk, dass er nicht die naheliegende Wahl für einen Haushalt mit kleinen Kindern ist.

Zur kompletten Welpen-Checkliste →

Training

Hier führt die Nase Regie, und die eigenen Worte des Standards — sie verfolgt die Fährte mit Spurwillen und Spursicherheit — beschreiben einen Hund, der sich einer Spur ganz hingibt, sobald er sie aufgenommen hat. Das macht den Rückruf zur entscheidenden Lektion: Fang früh an, bleib konsequent, und geh nie davon aus, dass du den Instinkt im Moment ausdiskutierst. Sie ist eine eigenständige, triebstarke Jägerin, also halte das Training über Belohnung und gib der Nase eine echte Aufgabe — eine Brandlbracke ohne etwas zum Verfolgen findet sich etwas, und zwar laut.

Mehr zum Rückruftraining mit Belohnung →

Lebenserwartung

Brandlbracken werden 12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten alt. Eine Arbeitsbracke, die schlank, fit und beschäftigt gehalten wird, ist langlebig. Gib der Brandlbracke täglich echte Strecke mit einer Witterung zum Verfolgen, halt das Gewicht unten, kontrollier die Ohren und — weil der Zuchtpool außerhalb Österreichs und Deutschlands klein ist — frag beim Kauf nach der Ahnentafeltiefe. Der Hund ist robust; die Pflege besteht vor allem aus Arbeit und einem vernünftigen Gewicht.

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Häufige Fragen

Ist die Brandlbracke dieselbe Rasse wie der Black and Tan Coonhound?

Nein — gleiches Farbmuster, ähnlich klingender englischer Name, aber zwei nicht verwandte Rassen von zwei verschiedenen Kontinenten. Die Brandlbracke ist FCI-Standard Nr. 63, eine österreichische Gebirgsbracke, die Hasen und krankes Wild über die Stimme verfolgt. Der Black and Tan Coonhound ist FCI-Standard Nr. 300, im amerikanischen Süden aus Bloodhound- und Foxhound-Linien gezüchtet, um nachts Waschbären auf Bäume zu treiben. Beide verbindet nichts außer einem Fell, das bei beiden zufällig schwarz mit lohfarbenen Abzeichen ausfällt.

Warum heißt sie Vieräugl?

Vieräugl ist österreichischer Dialekt für „vier Augen“ und bezeichnet die zwei kleinen lohfarbenen Abzeichen, die der Standard über jedem Auge verlangt — zusätzlich zum eigentlichen Augenpaar des Hundes. Auf den ersten Blick wirkt das Abzeichen wie ein zweites Augenpaar, das von der Stirn herab schaut. Der Standard behandelt das Abzeichen als wesentlich, nicht als Verzierung — einer Brandlbracke ohne beide Flecken fehlt eine Pflichtvoraussetzung, sie wird disqualifiziert.

Kann ich eine Brandlbracke als Familienhund halten, nicht als Jagdhund?

Möglich ist es, aber wirklich schwer. Rassezuchtvereine in Deutschland und Österreich vermitteln Welpen so gut wie automatisch an Jäger, die ganze Rasse bringt zwischen beiden Ländern nur rund 220 Welpen im Jahr hervor, und der Hund selbst ist um eine Arbeitsnase herum gebaut, die eine Aufgabe erwartet. Ein Zuhause ohne Jagd kann funktionieren, wenn es echte tägliche Nasenarbeit und echte Strecke bietet, aber schon einen Züchter zu finden, der außerhalb der Jägerkreise verkauft, ist die erste Hürde, nicht die letzte.

Haart der Brandlbracke viel?

Wenig. Der Brandlbracke haart kaum, deshalb bleibt loses Fell in der Wohnung überschaubar. Regelmäßige Fellpflege braucht er trotzdem, aber gegen ganze Fellberge musst du nicht ankämpfen.

Ist der Brandlbracke hypoallergen?

Kein Hund ist wirklich hypoallergen, aber der Brandlbracke kommt näher heran als die meisten: Sein wenig haarendes Fell gibt weniger von den Hautschuppen ab, die Allergien auslösen. Viele Allergikerinnen und Allergiker kommen mit dieser Rasse gut zurecht, aber verbring Zeit mit einem, bevor du dich festlegst.

Ist der Brandlbracke leicht zu erziehen?

Einigermaßen. Der Brandlbracke lässt sich mit Konsequenz und Belohnungen erziehen, auch wenn er nicht der schnellste Lerner ist. Halte die Einheiten kurz und positiv und hab Geduld bei den Grundlagen wie dem Rückruf.

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