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Deutscher Wachtelhund

Deutscher Wachtelhund

Ohne Jagdschein gibt der Verein keine Zuchtzulassung.

Auf einen Blick: Der Deutsche Wachtelhund ist ein mittelgroßer Stöberhund (45–54 cm) für dichte Deckung im Wald und für die Arbeit am Wasser. Hunde dieses Schlags tauchen seit Jahrhunderten in der deutschen Jagdliteratur auf, die heutige Rasse beginnt aber mit einem Zuchtbuch um 1900 und einem Rüden aus Oberbayern, eingetragen als Lord Augusta 1834 L; der Verein für Deutsche Wachtelhunde entstand 1903 und bestimmt seither über die Rasse. Das erklärte Zuchtziel ist ein Stöber- und Waldgebrauchshund, und der Verein hält zwei Farbschläge bewusst getrennt: die einfarbig Braunen und die Braunschimmel, bei denen braune und weiße Haare durch das ganze Fell gemischt sind, oft mit Sattel oder Platten. Rot kommt in beiden Schlägen vor. Schwarz ist ein ausschließender Fehler. Das Haar ist lang, dicht und überwiegend wellig über dichter Unterwolle, an Läufen und Rute befedert und häufig mit einer Krause am Hals. Was ihn als Gebrauchshund erhält, ist Verwaltung: Kein Wachtelhund kommt ins Zuchtbuch, ohne in Nase, Spurlaut, Spurwille, Spursicherheit und Stöbern mindestens ein Gut zu erreichen, die Wasserarbeit zu bestehen und sich im Wald als schussfest zu erweisen — und die Zuchtzulassung bekommen nur Vereinsmitglieder, die einen deutschen Jagdschein führen dürfen.

Eckdaten

GrößeMittelgroß · 45–54 cm
Gewicht18–25 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
EnergieSehr hoch — gezüchtet für ganze Tage in Deckung und Wasser
HaarenMäßig, das ganze Jahr über — ein echtes Fell mit Befederung
FellLang, wellig, dichte Unterwolle · einfarbig braun oder Braunschimmel, rot in beiden Schlägen
GruppeApportier-, Stöber- und Wasserhunde · Stöberhunde (FCI-Standard Nr. 104, Gruppe 8)
HerkunftDeutschland

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Wesen

Der FCI-Standard nennt zuerst, wofür die Rasse da ist, und erst danach, wie sie ist: ausgeprägter Finderwille, feine Nase, spursicher, zuverlässig im Spurlaut, ausdauernd am Wasser und beim Apportieren, scharf auf Wild und Raubzeug. Dann verlangt er freundlich, sicher, sehr führig, weder nervös noch aggressiv. Beide Hälften stimmen, und deutsche Halter beschreiben genau diesen Bruch: ein Hund, der drei Stunden durchs Brombeergestrüpp geht und danach unter dem Küchentisch schläft. Auf Vorstehen wurde nie selektiert, ein Wachtelhund drückt das Wild also heraus, statt davor stehen zu bleiben. Auch die Schärfe ist nicht bloß ein Wort. Diese Hunde arbeiten auf der Schweißfährte kranker Sauen und am Fuchs, und derselbe Antrieb zeigt sich im Vorstadtgarten, in dem zufällig ein Kaninchen sitzt. Laut sein gehört zur Konstruktion: Wer seinen Hund in dichter Deckung nicht sieht, muss ihn hören — die Stimme wird gezüchtet, nicht geduldet.

BreedQuest-Zensus: Der VDH trägt jährlich rund 550 bis 650 Welpen des Deutschen Wachtelhundes ein, 2020 waren es 568, zuletzt gab es einen Tiefstand von 546 gegenüber den etwa 650, die der Verein zum Erhalt der Zuchtbasis für nötig hält; nordamerikanische Rasseclubs schätzen den Bestand des gesamten Kontinents auf 100 bis 150 Hunde.

Gewohnheiten & Marotten

Sagt, was er gerade tut

Spurlaut ist eine geprüfte Zuchtvoraussetzung — ein Hund, der eine Fährte stumm arbeitet, fällt durch. Dieselbe Stimme kommt an der Haustür, beim Postboten und bei allem, was sich in der Hecke bewegt.

Ist als Erster im Wasser

Die Wasserarbeit wird vor der Zucht geprüft, die Bereitschaft dazu wird also Generation für Generation ausgelesen. Gräben, Teiche, Kanäle im Februar. Er fragt vorher nicht.

Arbeitet vor und kommt von selbst zurück

Stöbern in dichter Deckung heißt, dass der Hund außer Sicht gerät und weiterjagt. Ein gut gezogener Wachtelhund geht selbstständig vor und kommt selbstständig wieder durch — das fühlt sich völlig anders an als ein Hund, der bei Fuß denkt.

Bringt den Wald mit nach Hause

Die Befederung an Läufen und Rute sammelt Kletten, Samen und Schlamm, und die langen Behänge halten das Wasser. Die meisten Halter haben einen Kamm an der Hintertür liegen und kontrollieren die Ohren so selbstverständlich, wie man beim Pferd die Hufe auskratzt.

Pflege

BewegungAn den meisten Tagen zwei Stunden echte Arbeit, wobei Suchen mehr zählt als Kilometer. Deckung zum Absuchen, Wasser zum Schwimmen, Fährten, Apportieren. Ein Wachtelhund, der an der Leine seine Parkrunden dreht, sucht sich eine eigene Aufgabe — und er findet eine.
FellpflegeZwei- bis dreimal die Woche durchbürsten, an den befederten Stellen öfter, und nach jedem Gang durch die Deckung einmal komplett durchgehen. Ohren trocknen und hineinsehen: Hängende Behänge über dichtem Fell sind das häufigste Ärgernis der Rasse.
TrainingEr lernt schnell, will mit einem Menschen arbeiten und nimmt Belohnungstraining gut an. Schwierig ist nicht der Gehorsam, sondern der Jagdtrieb: Der Rückruf weg von lebendem Wild muss vom Welpenalter an aufgebaut werden und wird in der Nähe von Rehen oder Sauen vielleicht nie ganz zuverlässig.
GesundheitFür seine Größe robust und langlebig. Der VDW röntgt Hüften und Ellbogen, züchtet nur mit HD-Grad A, B oder C, rechnet zweimal im Jahr Zuchtwerte und schreibt Züchtern eine Mindestquote an Röntgenaufnahmen vor. Lass dir also die HD- und ED-Befunde der Elterntiere zeigen und die Vereinsunterlagen dazu.

Wie viel Futter braucht ein Deutscher Wachtelhund? →

Häufige Fragen

Kann ein Deutscher Wachtelhund in einem Haushalt ohne Jagd leben?

Ehrlich gesagt meistens nicht, und du wirst vermutlich gar keinen bekommen. Ein deutscher Züchter hat einen Jagdschein, züchtet nach Vereinsregeln für Jäger und gibt Welpen in der Regel an Leute ab, die sie durch die Prüfungen bringen; die Zuchtzulassung erteilt der VDW nur Mitgliedern, die einen deutschen Jagdschein führen dürfen — daran siehst du, worauf das ganze System ausgerichtet ist. Der Hund selbst braucht täglich stundenlange Sucharbeit, Wasser und etwas zu finden, und er gibt auf einer Fährte Laut, ob dort jagdbares Wild läuft oder nicht. Sporthaushalte mit ernsthaftem Mantrailing, Schweißarbeit oder Dummy- und Jagdhundetraining können das auffangen. Wer einen freundlichen mittelgroßen Spaniel für Wochenendspaziergänge sucht, beschreibt einen anderen Hund — und die Rassevereine sagen das auch so.

Was ist der Unterschied zwischen Braun und Braunschimmel?

Die Farbe — und ein Stück Zuchtpolitik. Einfarbig Braune und Braunschimmel werden als getrennte Schläge geführt, und wer sie kreuzen will, braucht die Zustimmung des Zuchtleiters. Die Regel geht auf Rudolf Friess zurück und soll die genetische Vielfalt einer Rasse schützen, die auf sehr wenigen Hunden aufgebaut wurde. Früher hieß es, die Braunen jagten enger und die Schimmel liefen längere Fährten; der Standard hält inzwischen fest, dass genug gekreuzt wurde, um diese Trennung im Wesen aufzuheben. Rote Varianten gibt es in beiden Schlägen, und aus zwei braunen Eltern können Schimmelwelpen fallen — die werden dann bei den Schimmeln eingetragen.

Wie kommt man außerhalb Deutschlands an einen?

Langsam, und fast immer über die Jagd. In Nordamerika gibt es die Rasse im niedrigen dreistelligen Bereich, Clubs in den USA und Kanada importieren aus deutschen Linien, und die Wartelisten laufen über Leute, die ihre Hunde prüfen und führen. Im übrigen Europa bewegt sie sich durch dieselben jagdlichen Netzwerke. Der AKC führt die Rasse nur im Foundation Stock Service und nicht als voll anerkannte Rasse — auf einer Ausstellung wirst du also keinem begegnen.

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