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Hovawart

Hovawart

Der alte deutsche Hofwart, neu aufgebaut und immer noch im Dienst.

Auf einen Blick: Der Hovawart ist ein großer deutscher Wach- und Schutzhund (25–45 kg); sein Name ist Mittelhochdeutsch und bedeutet „Hofwart“ — der Wächter des Hofes. Hunde dieses Schlags bewachten über Jahrhunderte die Höfe des Schwarzwaldes und waren fast verschwunden, als Kurt Friedrich König und sein Kreis die Rasse in den 1920er- und 30er-Jahren aus den verbliebenen Hofhunden neu aufbauten, eingekreuzt mit Neufundländern, Leonbergern und Deutschen Schäferhunden. 1964 erkannte die FCI das Ergebnis als Standard Nr. 190 an. Zurückgekommen ist ein wachsamer, selbstsicherer Allrounder: eng an seiner Familie, kühl zu Fremden, spät erwachsen und am glücklichsten mit einer echten Aufgabe — Fährtenarbeit, Rettungshundearbeit oder Schutzdienst. Das lange Fell gibt es in Schwarz, Schwarzmarken und Blond.

Eckdaten

GrößeGroß · 58–70 cm
Gewicht25–45 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
EnergieMittel bis hoch — tägliche Bewegung plus eine echte Aufgabe
HaarenMäßig — stärker während der beiden Fellwechsel
FellLang, leicht gewellt, wenig Unterwolle · Schwarz, Schwarzmarken oder Blond
GruppeGebrauchshunde · Molosser (FCI-Standard Nr. 190, Gruppe 2)
HerkunftDeutschland

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Wesen

Der Hovawart ist ausgeglichen, selbstsicher und tief mit seiner Familie verbunden, mit einem Schutztrieb, den niemand fördern muss. Sein Revier behält er ganz selbstverständlich im Blick, entscheidet selbst, was Aufmerksamkeit verdient, und begegnet Fremden kühl und höflich. Dazu wird er spät erwachsen — rechne bis zwei oder drei Jahre mit einem großen, kräftigen Halbstarken — und genau so lange muss die Erziehung konsequent, fair und geduldig bleiben. Wer Druck macht, beißt bei ihm auf Granit; wer klare Regeln und echte Arbeit bietet, bekommt einen verlässlichen Partner, der in Fährte, Rettungshundearbeit und Schutzdienst überzeugt.

BreedQuest-Zensus: Seit 1964 von der FCI als FCI-Standard Nr. 190, Gruppe 2 anerkannt, mit der größten Zuchtpopulation in Deutschland — dort haben Jahrzehnte verpflichtender HD-Untersuchungen der Zuchtvereine die Dysplasieraten so niedrig gehalten wie bei kaum einer anderen großen Gebrauchshunderasse.

Gewohnheiten & Marotten

Wachposten aus eigenem Antrieb

Er sucht sich den Platz mit dem besten Blick auf Tor und Haustür und richtet sich dort ein. Das Haus zu bewachen hat ihm niemand beigebracht — das war ab Werk installiert.

Lange Flegeljahre

Der Körper ist mit etwa einem Jahr fertig, der Kopf braucht bis zwei oder drei. Stell dich eine Weile auf einen 40-Kilo-Teenager ein und zieh die Erziehung die ganze Strecke durch.

Eigene Lagebeurteilung

Besuch schätzt er erst selbst ein, bevor er dir aufs Wort glaubt. Bei einem gut erzogenen Hund endet das in höflichem Desinteresse, nicht in Misstrauen.

Eine Stimme für den ganzen Hof

Alles, was seine Grenze überschreitet, wird gemeldet, mit einem Bellen, das für offenes Land gebaut ist. Die Nachbarn wissen Bescheid, wenn die Post kommt.

Pflege

BewegungEine Stunde am Tag oder mehr, mit Arbeit für Nase und Kopf dazwischen — Fährte, Obedience, Rettungshundetraining. Der Garten allein zählt nicht; für diesen Hund ist ein Garten nur ein Posten, den er bewacht.
FellpflegeBürste das lange Fell einmal pro Woche, während der beiden Fellwechsel öfter. Es gibt wenig Unterwolle und nichts zu trimmen — für einen Hund dieser Größe ein pflegeleichtes Fell.
TrainingFang früh an, bleib fair und über Jahre konsequent — auf Druck antwortet die Rasse mit Sturheit. Sozialisiere den Welpen breit, denn der Schutztrieb kommt von ganz allein.
GesundheitRobust für eine große Rasse. Kauf aus Linien mit HD-Befund — die Röntgenpflicht der deutschen Zuchtvereine hält die Dysplasieraten niedrig — und lass die Schilddrüse untersuchen, wenn Fell oder Energie nachlassen.

Wie viel Futter braucht ein Hovawart? →

Häufige Fragen

Was bedeutet „Hovawart“?

„Hofwart“ — der Wächter des Hofes, aus dem Mittelhochdeutschen hova (Hof, Gut) und wart (Wächter). Hunde dieses Namens bewachten deutsche Höfe seit dem Mittelalter; die moderne Rasse baute der Kreis um Kurt Friedrich König in den 1920er- und 30er-Jahren neu auf, aus den letzten Schwarzwälder Hofhunden, eingekreuzt mit Neufundländern, Leonbergern und Deutschen Schäferhunden. 1964 erkannte die FCI das Ergebnis als Standard Nr. 190 an.

Ist ein Hovawart ein guter Familienhund?

Ja — für eine Familie, die er bewachen darf. Im eigenen Haushalt ist er anhänglich und geduldig, auch mit Kindern, und betrachtet das Zuhause als seine Verantwortung. Fremde werden beobachtet statt begrüßt, deshalb zählt frühe Sozialisierung — und Größe und Selbstbewusstsein machen ihn zu einem schwierigen Ersthund.

Wann wird ein Hovawart ruhiger?

Mit etwa zwei bis drei Jahren. Die Rasse wird spät erwachsen; ein ausgewachsener Körper trägt also länger ein Welpenhirn, als die meisten Halter erwarten. Halte Erziehung und Struktur durch die ganze Jugend aufrecht — der Erwachsene, der dabei herauskommt, ist ruhig und verlässlich.

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