BreedQuestRassenJagdhundeGerman Roughhaired Pointer
Teilen
German Roughhaired Pointer

German Roughhaired Pointer

Deutschlands ältester Vorstehhund mit Stichelhaar, buschige Augenbrauen inklusive – und heute einer der seltensten.

Auf einen Blick: Der Deutsch Stichelhaar ist ein kräftiger Vorstehhund von mittlerer bis großer Statur: 60–70 cm bei Rüden, 58–68 cm bei Hündinnen, und nach Rasseliteratur etwa 25–34 kg, denn der Standard nennt kein Gewicht. Das Fell gibt ihm seinen Namen: steif, hart und stichelig, etwa 4 cm lang, lose anliegend, mit mäßigem Bart und so ausgeprägten Augenbrauen, dass der Standard selbst sagt, sie verleihen dem Hund einen grimmigen Ausdruck. Er ist der älteste rauhaarige Vorstehhund Deutschlands. 1888 wies der Kynologe Hans von Kadisch nach, dass er die rauhaarige Spielart des alten deutschen Rebhühnerhundes war und kein Ableger des Deutsch Kurzhaar, und die Rasse wurde aus den wenigen im Land verbliebenen Exemplaren neu aufgebaut; 1892 folgte der Club Stichelhaar, der von Anfang an jede Kreuzung mit den englischen Vorstehhunderassen ablehnte. Die FCI erkannte ihn am 24. August 1961 endgültig als Standard Nr. 232 an, Gruppe 7, Kontinentale Vorstehhunde vom Typ Braque, mit Arbeitsprüfung. Sein drahthaariger Vetter, teils aus Stichelhaar-Blut aufgebaut, wurde zu Deutschlands beliebtestem Jagdgebrauchshund; der Stichelhaar selbst blieb ein Hund der Jäger, mit einer Handvoll Würfen im Jahr.

Eckdaten

GrößeGroß · 60–70 cm (Rüden), 58–68 cm (Hündinnen)
GewichtEtwa 25–34 kg — Rasseliteratur, der Standard nennt kein Gewicht
Lebenserwartung12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten
EnergieHoch — ein Jagdgebrauchshund, der eine Aufgabe erwartet
HaarenMäßig — hartes Fell, oft mit kaum sichtbarer Unterwolle
FellSteif, hart und stichelig, etwa 4 cm · braun, braunschimmel oder hellschimmel
GruppeJagdhunde · Kontinentale Vorstehhunde (FCI №232, Gruppe 7)
HerkunftDeutschland
FCI-Gruppe7 — Vorstehhunde · FCI 232

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Der German Roughhaired Pointer in Zahlen

Die meistgesuchten Fakten zum German Roughhaired Pointer — Preis, Lebenserwartung, Gewicht, Haaren und Farben, an einem Ort.

Preis

Seltener — rechne mit Warteliste und etwas Anfahrt zu einem seriösen Züchter, was den Preis nach oben treibt. Die laufenden Kosten sind hoch — mehr Futter, größere Dosen beim Tierarzt und teurere Versicherung.

Wir nennen keine feste Zahl: Der echte Preis hängt von Züchter, Region, Blutlinie und Gesundheitstests ab — und aus dem Tierschutz kostet er einen Bruchteil eines Züchterwurfs. Adoptieren ist fast immer der günstigste Weg.

Lebenserwartung
12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten
Gewicht
Etwa 25–34 kg — Rasseliteratur, der Standard nennt kein Gewicht
Größe
Groß · 60–70 cm (Rüden), 58–68 cm (Hündinnen)
Haaren
Mäßig — hartes Fell, oft mit kaum sichtbarer Unterwolle
Farben
Steif, hart und stichelig, etwa 4 cm · braun, braunschimmel oder hellschimmel

Wesen

Der Standard verlangt einen Hund, der ausgeglichen, ruhig, wesensfest, mutig, aber beherrscht ist, weder scheu noch aggressiv – und wiederholt sich dann: Das Wesen sei ruhig und gleichmäßig. Die Verwendungszeile nennt ihn einen vielseitigen, gut führigen Jagdgebrauchshund, und gerade dieses „gut führig" hat Gewicht: Das ist ein Vorstehhund, der im Feld, im Wald und im Wasser Anweisungen annehmen soll. Bei der Zucht wurde bei den Nerven schonungslos aussortiert, denn schwaches Wesen sowie Schuss- oder Wildscheue gelten als disqualifizierende Fehler, nicht als Schönheitsfehler. Ein bloßes Haustier beschreibt der Standard damit nicht. Fast der gesamte Bestand lebt und arbeitet in Jägerhaushalten, deshalb gibt es kaum belastbare Berichte über den Umgang mit Kindern, Katzen oder Stadtstraßen; rechne mit einem gelassenen, ernsthaften Arbeitsbegleiter, eher zurückhaltend als überschwänglich, und plane sein Leben um die Arbeit herum, statt zu hoffen, dass ihm Spaziergänge reichen.

Gut zu wissen: FCI-Standard Nr. 232 — Gruppe 7, Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde vom Typ Braque, mit Arbeitsprüfung, Ursprungsland Deutschland. Endgültig anerkannt am 24. August 1961; der gültige Standard wurde am 29. November 2001 veröffentlicht, Amtssprache Deutsch, die englische Ausgabe datiert vom 13. März 2008.

Gewohnheiten & Marotten

Der grimmige Blick

Buschige, kräftige Augenbrauen, die schräg abstehen, ein mäßiger Bart, und ein Kopf, an dem der Standard nichts Weiches, Wolliges oder Seidiges duldet. Der strenge Ausdruck ist der Rasse eingeschrieben; die Ruhe dahinter genauso.

Stichel, kein Draht

Stichelhaar heißt wörtlich Stachel-Haar: steifes, hartes, sticheliges Fell, etwa 4 cm lang, lose anliegend, jedes Haar in dieselbe Richtung wachsend. Ein am Rücken gescheiteltes Fell gilt als schwerer Fehler, weiches Haar außerhalb von Bart und Brauen disqualifiziert.

Braun, Schimmel, und das war's

Drei Farben: Braun mit oder ohne weißen Brustfleck, Braunschimmel und Hellschimmel, jeweils mit oder ohne braune Platten. Ein schwarzes Fell disqualifiziert, ebenso gelbe oder rote Abzeichen an Kopf und Läufen.

Reinzucht aus Prinzip

Der 1892 gegründete Club – seit 1976 Verein Deutsch Stichelhaar – verschrieb sich von Anfang an der Reinzucht und lehnte jede Kreuzung mit den englischen Vorstehhunderassen ab. Der Stichelhaar wurde nicht erfunden, sondern aus den letzten Hunden eines alten Schlages neu aufgebaut.

Gesundheit

Für den Deutsch Stichelhaar gibt es keine rasseweite Gesundheitserhebung, und der Bestand ist klein genug, dass die Ahnentafeltiefe echte Aufmerksamkeit verdient – frag Züchter nach dem Inzuchtkoeffizienten ebenso wie nach der Gesundheit, gängige Praxis bei den deutschen Jagdgebrauchshundvereinen. Frag auch nach HD-Befunden. Als großer, tiefbrüstiger Jagdhund lohnt es sich, die Anzeichen einer Magendrehung zu kennen und einen plötzlich aufgeblähten Bauch als Notfall zu behandeln, und die Hängeohren wollen eine Routinekontrolle, besonders nach dem Wasser. Das harte Fell dagegen verlangt fast nichts.

Ernährung

BewegungDie Stellenbeschreibung des Standards lautet Feld, Wald und Wasser, vor und nach dem Schuss, geprüft mit Arbeitsprüfung. In einem Jägerhaushalt beantwortet sich die Bewegungsfrage von selbst; überall sonst braucht es einen ernsthaften täglichen Auslauf plus Vorstehhundearbeit – Fährtenarbeit, Dummytraining, Nasenspiele –, sonst erfindet sich der Hund seine eigene Jagdsaison.
FellpflegeEines der pflegeleichteren Felle unter den Jagdgebrauchshunden: einmal wöchentlich durchbürsten, nach dem Fressen und nach dem Sumpf den Bart abwischen, und die Hängeohren regelmäßig kontrollieren. Das harte Deckhaar lässt Schmutz einfach abperlen und braucht kein Trimmen – bestraft wird vom Standard Weichheit, nicht Struppigkeit.
TrainingGut führig ist die eigene Formulierung des Standards, und Jäger schätzen die Rasse genau dafür, dass sie sich führen lässt. Vorstehtrieb und Wildtrieb sind trotzdem voll vorhanden, also beginne früh mit Rückruf und Standhaftigkeit und halte die Einheiten zielgerichtet; ein ruhiger, gleichmäßiger Hund ist noch lange kein untätiger.
GesundheitEine rasseweite Gesundheitserhebung gibt es nicht, und der Bestand ist klein genug, dass die Ahnentafeltiefe echte Aufmerksamkeit verdient. Frag Züchter:innen nach HD-Röntgenbefunden und dem Inzuchtkoeffizienten – gängige Praxis bei den deutschen Jagdgebrauchshundvereinen – und behandle die in der Rasseliteratur genannten 12–14 Jahre als Erfahrungswert, nicht als Studiendaten.

Füttere einen Stichelhaar nach der Arbeit, die er leistet, und das ist eine Rasse, die viel davon erwartet: Ein Jagdhund im Feld verbrennt weit mehr als einer, der auf die Saison wartet, also richte die Ration nach der Auslastung statt nach Gewohnheit. Halte ihn schlank und fit, wie ein Arbeitshund sein soll, wieg die Mahlzeiten ab und rechne die Leckerlis von Fährte und Training in die Tagesration ein. Als tiefbrüstiger Hund ist es sinnvoll, das Futter in kleinere Mahlzeiten zu teilen und es rund ums Fressen ruhig zu halten, statt ihn vor intensiver Bewegung vollzufüttern.

Wie viel Futter braucht ein German Roughhaired Pointer? →

Welpen-Ratgeber

Ein Stichelhaar-Welpe ist ein Jagdgebrauchshund im Kleinformat, und er braucht ein erstes Jahr, das einen ruhigen, führigen erwachsenen Hund aufbaut. Halte die Bewegung schonend, solange die Gelenke wachsen, und leg die Energie in den Kopf: kurze, faire Lektionen, breite Sozialisierung und erste, sanfte Grundlagen für die Nase. Weil fast die ganze Rasse in Jägerhaushalten lebt, braucht ein Welpe fürs Familienleben eine geplante Sozialisierung an Kinder, andere Tiere und den Alltag der Stadt, nicht eine vorausgesetzte. Beginne früh mit Rückruf und Standhaftigkeit – Vorstehen und Wildtrieb sind schon da – und gewöhne ihn daran, dass Bart und Ohren angefasst werden, damit die Pflege ein Leben lang Routine ist.

Zur kompletten Welpen-Checkliste →

Training

„Gut führig“ ist die eigene Formulierung des Standards, und genau dafür schätzen Jäger die Rasse: Das ist ein Vorstehhund, der Anweisungen annehmen soll. Nutze das früh. Beginne jung mit Rückruf und Standhaftigkeit und halte die Einheiten zielgerichtet, denn der volle Vorsteh- und Wildtrieb sitzt direkt unter der ruhigen Oberfläche – ein ruhiger, gleichmäßiger Hund ist kein untätiger. Gib der Nase echte Arbeit und eine klare Aufgabe, und du bekommst die Führigkeit, die der Standard verspricht.

Mehr zum Rückruftraining mit Belohnung →

Lebenserwartung

Deutsch Stichelhaar werden 12–14 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten alt. Die Lebenserwartung aus der Rasseliteratur ist eine Tendenz des Typs und keine Studiendaten, und bei einer so seltenen Rasse ist der größte Hebel die Herkunft des Hundes: eine tiefe, sorgfältig gezüchtete Ahnentafel, geröntgte Hüften, und ein Arbeitszuhause, das einen ernsthaften Jagdhund bis ins hohe Alter schlank, beschäftigt und gesund hält.

Ähnliche Rassen

Rassen mit ähnlichem Körperbau und ähnlicher Herkunft — einen Blick wert, wenn diese hier nicht ganz zu dir passt.

Rassen mit diesem Aussehen

Häufige Fragen

Was unterscheidet ihn vom Deutsch Drahthaar?

Der Stichelhaar ist älter, und er steckt im Stammbaum des Drahthaars: Der Geschichtsteil des Drahthaar-Standards selbst nennt die rauhaarigen Typen, aus denen er um 1900 aufgebaut wurde, darunter den „German Broken Coated Pointing Dog" – den Stichelhaar unter seinem älteren englischen Namen. Danach gingen die beiden Vereine getrennte Wege: Der Drahthaar wurde pragmatisch auf Leistung gezüchtet und wurde zu Deutschlands beliebtestem Jagdgebrauchshund, während der Stichelhaar-Verein seine Blutlinie geschlossen hielt und klein blieb. Im Fell sieht man die Trennung – beim Stichelhaar sticheliges, lose anliegendes Haar von etwa 4 cm, beim Drahthaar ein straffer sitzendes Drahtfell.

Ist er ein guter Familienhund?

Auf dem Papier stimmt das Wesen – ruhig, gleichmäßig, weder scheu noch aggressiv –, und Jägerfamilien kommen gut mit ihm zurecht. Aber das ist eine Arbeitsrasse in Arbeitshänden: Züchter:innen geben Welpen fast ausschließlich an Jäger ab, die Rasse wird mit Arbeitsprüfung beurteilt, und ein Zuhause ohne echte Arbeit tut sich erst schwer, überhaupt einen zu bekommen, und danach schwer, ihn auszulasten.

Warum ist er so selten?

Sein eigener Abkömmling hat ihn ausgestochen. Der Drahthaar, teils aus Stichelhaar-Blut aufgebaut, aber offen auf Leistung gezüchtet, eroberte vor einem Jahrhundert die deutsche Jagdwelt, während die geschlossene, puristische Zucht des Stichelhaar-Vereins die Zahlen klein hielt. Heute erhalten wenige Würfe im Jahr, überwiegend in Deutschland, die Rasse am Leben – deshalb zählt er zu den seltensten deutschen Vorstehhunden.

Haart der German Roughhaired Pointer viel?

Mäßig. Der German Roughhaired Pointer verliert eine überschaubare Menge Fell, gleichmäßig übers Jahr verteilt, mit kräftigeren Phasen beim Fellwechsel. Einmal pro Woche bürsten hält den Großteil der losen Haare von deinen Böden und Klamotten fern.

Ist der German Roughhaired Pointer hypoallergen?

Eher nicht. Kein Hund ist wirklich hypoallergen, und das haarende Fell des German Roughhaired Pointer gibt jede Menge der Hautschuppen ab, die Allergien auslösen. Wenn bei dir zu Hause jemand allergisch ist, ist das keine der einfachsten Rassen fürs Zusammenleben – verbring vorher Zeit mit einem.

Ist der German Roughhaired Pointer leicht zu erziehen?

Ja. Der German Roughhaired Pointer zählt zu den lernfreudigsten Rassen: Er lernt schnell und arbeitet gern mit dir, was das Training mit Belohnung ganz einfach macht. Fang früh an, bleib positiv, und er begreift Neues im Nu.

Tools und Ressourcen