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Braque d'Auvergne

Braque d'Auvergne

Der schwarz-weiße Vorstehhund aus dem Cantal – er galoppierte schon, als noch niemand Standards aufschrieb.

Auf einen Blick: Der Braque d'Auvergne ist der Vorstehhund des Cantal im französischen Zentralmassiv, und sein Standard nennt ihn eine sehr alte Rasse, seit mehr als zwei Jahrhunderten in der Region vertreten. Er ist ein mittelgroßer bis großer Braque: Rüden 57–63 cm mit 60 als erklärtem Idealmaß, Hündinnen 53–59 mit 56 als Ideal, dazu nach Rasseliteratur rund 22–28 kg, denn der Standard nennt kein Gewicht. Er ist kräftig gebaut, ohne plump zu sein – gemacht, um auf schwierigem Boden den ganzen Tag einen ruhigen, leicht schaukelnden Galopp zu halten. Das Haarkleid ist sein Personalausweis: kurz, glänzend und immer schwarz-weiß, in zwei anerkannten Zeichnungen, die der Standard getüpfelt und gräulich nennt – bei der zweiten liegt so viel schwarze Tüpfelung im Weiß, dass der Hund blaugrau wirkt, und daher kommt der Beiname Bleu d'Auvergne. Der Kopf soll schwarz sein, am liebsten mit einer weißen Blesse, die über den Fang hinaufläuft. Die FCI hat die Rasse am 30. Juni 1955 endgültig anerkannt und führt sie in Gruppe 7 bei den kontinentalen Vorstehhunden vom Typ Braque, mit Arbeitsprüfung. Zu Hause ist er, mit den vier Wörtern des Standards, sanft, sehr schmusig, intelligent und fügsam.

Eckdaten

GrößeMittelgroß bis groß · 57–63 cm (Rüden), 53–59 cm (Hündinnen)
Gewicht22–28 kg — Rasseliteratur, der Standard nennt kein Gewicht
Lebenserwartung12–15 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten
EnergieHoch — 2+ Std. am Tag, mit echtem Freilauf
HaarenMäßig — kurzes Fell, einmal pro Woche bürsten
FellKurz, glänzend, nie hart · Schwarz mit weißer Scheckung, getüpfelt oder gräulich
GruppeJagdhunde · Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque (FCI №180, Gruppe 7)
HerkunftAuvergne (Cantal), Frankreich

Rassemerkmale

Freundlichkeit

Anhänglich in der Familie
Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Offenheit gegenüber Fremden

Pflege

Haarverlust
Pflegeaufwand
Allgemeine Gesundheit
Sabbern

Kopf

Trainierbarkeit
Energielevel
Bellen
Problemlösung

Wesen

Sanft, sehr schmusig, intelligent und fügsam: Der Wesensabschnitt des Standards ist vier Adjektive lang, und er schließt mit dem Satz, der für Familien zählt – für das Familienleben geeignet. Ein Jagdhund bleibt er trotzdem, durch und durch. Dieselbe Seite verlangt einen sehr ausgeprägten Geruchssinn und sagt, die Erziehung bestehe vor allem darin, seine natürlichen Anlagen zu entwickeln – was in der Praxis heißt: Vorstehen, weites Suchen und die Besessenheit von Witterung sind ab Werk installiert, und dein Job ist, ihnen ein Ziel zu geben. Die Rasseliteratur ergänzt zwei ehrliche Punkte, die im Standard fehlen: Der Auvergne wird langsam erwachsen, und er redet gern – rechne mit Kommentaren, wenn er aufgeregt oder unterbeschäftigt ist. Er ist außerdem ein sensibler Jagdgebrauchshund, der für Wärme und Belohnungen arbeitet; unter harter Hand macht er dicht.

BreedQuest-Zensus: FCI-Standard Nr. 180 — Gruppe 7, Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque, mit Arbeitsprüfung, Ursprungsland Frankreich. Die FCI hat die Rasse am 30. Juni 1955 endgültig anerkannt; der gültige Standard wurde am 24. März 2004 veröffentlicht, Amtssprache ist Französisch.

Gewohnheiten & Marotten

Schwarz-weiß, Punkt

Der Farbabschnitt erlaubt genau ein Schema: Schwarz mit weißer Scheckung, in zwei anerkannten Typen, getüpfelt oder gräulich – und im Ring darf dieser Unterschied nicht herangezogen werden, um zwei gleich gute Hunde zu trennen. Völlig schwarz, völlig weiß, fehlende Tüpfelung, rötliche Abzeichen und Schattierungen wie „verbranntes Brot“ disqualifizieren allesamt, ebenso ein überwiegend unpigmentierter Nasenschwamm und gelbe „Greifvogelaugen“ oder andersfarbige Augen.

Keine Afterkrallen – so oder so

Der Standard disqualifiziert Afterkrallen – und genauso Spuren ihrer Entfernung. Der Hund soll also schon ohne sie geboren werden, eine Formulierung, die selbst unter den Braques selten ist.

Ohren tief und seidig

Eher weit hinten angesetzt, in Ruhe unterhalb der Linie vom Nasenschwamm zum Auge hängend, leicht nach innen gedreht, am Ende abgerundet und lang genug, um nach vorn gelegt den Nasenschwammansatz zu erreichen. Der Standard beschreibt das Ohrleder als weich und von seidiger Struktur; zu hoch angesetzt, zu kurz oder korkenzieherartig gilt als schwerer Fehler.

Ein schaukelnder Galopp

Sein gewohntes Gangwerk bei der Jagd ist ein mittlerer Galopp, gleichmäßig und leicht schaukelnd – die Worte des Standards selbst – in einem gleichbleibenden Rhythmus, dem derselbe Text die notorische Ausdauer der Rasse zuschreibt. Das ist ein Hund, der dafür gebaut ist, auf schwierigstem Gelände weite Strecken zu machen, den ganzen Tag.

Pflege

BewegungZwei Stunden am Tag oder mehr, mit echtem Freilauf. Das ist eine Vorstehrasse mit Arbeitsprüfung, gebaut, um von morgens bis abends über hartes Gelände zu galoppieren; Jagd, Field Trials, Canicross oder lange Touren ohne Leine passen alle. Eine so gute Nase braucht eine Anstellung – Schnüffelspiele zählen als Arbeit.
FellpflegeEine Runde pro Woche mit einer festen Borstenbürste hält das kurze, glänzende Fell in Ordnung, und das Haaren bleibt mäßig. Die eigentliche Arbeit sind die Ohren: lang, tief hängend und so gefaltet, dass keine Luft herankommt – sie brauchen einen regelmäßigen Blick und eine Reinigung, besonders nach einem Tag im Unterholz.
TrainingDer Standard sagt, die Erziehung bestehe vor allem darin, seine natürlichen Anlagen zu entwickeln – und genau das ist die ehrliche Methode: Vorstehen und Nase lenken statt bekämpfen. Halte die Einheiten kurz, die Belohnungen echt und die Hände weich – das ist eine sensible Rasse – und fang früh mit dem Rückruf an, denn laut Rasseliteratur wird er langsam erwachsen.
GesundheitDie Rasseliteratur nennt keine allgemein anerkannten rassetypischen Probleme, und hinter den üblicherweise zitierten 12–15 Jahren steht keine rasseweite Erhebung. Außerhalb Frankreichs ist der Bestand klein; frag Züchter:innen deshalb nach HD-Befunden und der Tiefe der Ahnentafel – vernünftige Praxis bei jeder Vorstehrasse, kein dokumentiertes Zuchtprogramm.

Wie viel Futter braucht ein Braque d'Auvergne? →

Häufige Fragen

Woher kommt der Beiname Bleu d'Auvergne?

Vom gräulichen Farbschlag – grisonnée im französischen Standard –, bei dem die schwarze Tüpfelung so dicht durchs Weiß läuft, dass der ganze Hund blaugrau wirkt. Den Beinamen teilt er sich mit dem Blauschimmelkäse aus derselben Region – das verwirrt Suchmaschinen und sonst niemanden. Der Standard selbst behauptet gar kein Blau: Schwarz mit weißer Scheckung, getüpfelt oder gräulich, und im Ring stehen beide Zeichnungen gleichauf.

Wie unterscheidet er sich von den anderen französischen Braques?

Frankreich hält sich mehrere Vorsteh-Braques – den Braque français in zwei Größen, den Bourbonnais, den Saint-Germain, den Ariège –, und die meisten tragen Leberbraun, Kastanienbraun oder Orange. Nur der Auvergne ist strikt schwarz-weiß, mit tief angesetzten, seidigen Ohren und eigener Regionalgeschichte: Der Standard verortet ihn seit mehr als zwei Jahrhunderten im Cantal, hervorgegangen aus einem gemeinsamen Vorstehhundestamm und verfeinert durch eine Selektion, an der – in der vorsichtigen Formulierung des Standards – die Malteserritter beteiligt gewesen sein könnten.

Sind sie gute Familienhunde?

Der Standard sagt es direkt: ein sanfter, sehr schmusiger Hund, der für das Familienleben geeignet ist. Die Einschränkungen sind die, die jeder arbeitende Vorstehhund mitbringt – eine tägliche Bewegungsrechnung von zwei Stunden, eine Nase, die ohne frühe Rückrufarbeit einer Spur bis in den Nachbarlandkreis folgt, und, laut Rasseliteratur, eine Stimme, die er gern benutzt.

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