Braque d'Auvergne
Der schwarz-weiße Vorstehhund aus dem Cantal – er galoppierte schon, als noch niemand Standards aufschrieb.
Eckdaten
| Größe | Mittelgroß bis groß · 57–63 cm (Rüden), 53–59 cm (Hündinnen) |
| Gewicht | 22–28 kg — Rasseliteratur, der Standard nennt kein Gewicht |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre — Rasseliteratur, keine Studiendaten |
| Energie | Hoch — 2+ Std. am Tag, mit echtem Freilauf |
| Haaren | Mäßig — kurzes Fell, einmal pro Woche bürsten |
| Fell | Kurz, glänzend, nie hart · Schwarz mit weißer Scheckung, getüpfelt oder gräulich |
| Gruppe | Jagdhunde · Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque (FCI №180, Gruppe 7) |
| Herkunft | Auvergne (Cantal), Frankreich |
Rassemerkmale
Freundlichkeit
Pflege
Kopf
Wesen
Sanft, sehr schmusig, intelligent und fügsam: Der Wesensabschnitt des Standards ist vier Adjektive lang, und er schließt mit dem Satz, der für Familien zählt – für das Familienleben geeignet. Ein Jagdhund bleibt er trotzdem, durch und durch. Dieselbe Seite verlangt einen sehr ausgeprägten Geruchssinn und sagt, die Erziehung bestehe vor allem darin, seine natürlichen Anlagen zu entwickeln – was in der Praxis heißt: Vorstehen, weites Suchen und die Besessenheit von Witterung sind ab Werk installiert, und dein Job ist, ihnen ein Ziel zu geben. Die Rasseliteratur ergänzt zwei ehrliche Punkte, die im Standard fehlen: Der Auvergne wird langsam erwachsen, und er redet gern – rechne mit Kommentaren, wenn er aufgeregt oder unterbeschäftigt ist. Er ist außerdem ein sensibler Jagdgebrauchshund, der für Wärme und Belohnungen arbeitet; unter harter Hand macht er dicht.
Gewohnheiten & Marotten
Schwarz-weiß, Punkt
Der Farbabschnitt erlaubt genau ein Schema: Schwarz mit weißer Scheckung, in zwei anerkannten Typen, getüpfelt oder gräulich – und im Ring darf dieser Unterschied nicht herangezogen werden, um zwei gleich gute Hunde zu trennen. Völlig schwarz, völlig weiß, fehlende Tüpfelung, rötliche Abzeichen und Schattierungen wie „verbranntes Brot“ disqualifizieren allesamt, ebenso ein überwiegend unpigmentierter Nasenschwamm und gelbe „Greifvogelaugen“ oder andersfarbige Augen.
Keine Afterkrallen – so oder so
Der Standard disqualifiziert Afterkrallen – und genauso Spuren ihrer Entfernung. Der Hund soll also schon ohne sie geboren werden, eine Formulierung, die selbst unter den Braques selten ist.
Ohren tief und seidig
Eher weit hinten angesetzt, in Ruhe unterhalb der Linie vom Nasenschwamm zum Auge hängend, leicht nach innen gedreht, am Ende abgerundet und lang genug, um nach vorn gelegt den Nasenschwammansatz zu erreichen. Der Standard beschreibt das Ohrleder als weich und von seidiger Struktur; zu hoch angesetzt, zu kurz oder korkenzieherartig gilt als schwerer Fehler.
Ein schaukelnder Galopp
Sein gewohntes Gangwerk bei der Jagd ist ein mittlerer Galopp, gleichmäßig und leicht schaukelnd – die Worte des Standards selbst – in einem gleichbleibenden Rhythmus, dem derselbe Text die notorische Ausdauer der Rasse zuschreibt. Das ist ein Hund, der dafür gebaut ist, auf schwierigstem Gelände weite Strecken zu machen, den ganzen Tag.
Pflege
| Bewegung | Zwei Stunden am Tag oder mehr, mit echtem Freilauf. Das ist eine Vorstehrasse mit Arbeitsprüfung, gebaut, um von morgens bis abends über hartes Gelände zu galoppieren; Jagd, Field Trials, Canicross oder lange Touren ohne Leine passen alle. Eine so gute Nase braucht eine Anstellung – Schnüffelspiele zählen als Arbeit. |
| Fellpflege | Eine Runde pro Woche mit einer festen Borstenbürste hält das kurze, glänzende Fell in Ordnung, und das Haaren bleibt mäßig. Die eigentliche Arbeit sind die Ohren: lang, tief hängend und so gefaltet, dass keine Luft herankommt – sie brauchen einen regelmäßigen Blick und eine Reinigung, besonders nach einem Tag im Unterholz. |
| Training | Der Standard sagt, die Erziehung bestehe vor allem darin, seine natürlichen Anlagen zu entwickeln – und genau das ist die ehrliche Methode: Vorstehen und Nase lenken statt bekämpfen. Halte die Einheiten kurz, die Belohnungen echt und die Hände weich – das ist eine sensible Rasse – und fang früh mit dem Rückruf an, denn laut Rasseliteratur wird er langsam erwachsen. |
| Gesundheit | Die Rasseliteratur nennt keine allgemein anerkannten rassetypischen Probleme, und hinter den üblicherweise zitierten 12–15 Jahren steht keine rasseweite Erhebung. Außerhalb Frankreichs ist der Bestand klein; frag Züchter:innen deshalb nach HD-Befunden und der Tiefe der Ahnentafel – vernünftige Praxis bei jeder Vorstehrasse, kein dokumentiertes Zuchtprogramm. |
Häufige Fragen
Woher kommt der Beiname Bleu d'Auvergne?
Vom gräulichen Farbschlag – grisonnée im französischen Standard –, bei dem die schwarze Tüpfelung so dicht durchs Weiß läuft, dass der ganze Hund blaugrau wirkt. Den Beinamen teilt er sich mit dem Blauschimmelkäse aus derselben Region – das verwirrt Suchmaschinen und sonst niemanden. Der Standard selbst behauptet gar kein Blau: Schwarz mit weißer Scheckung, getüpfelt oder gräulich, und im Ring stehen beide Zeichnungen gleichauf.
Wie unterscheidet er sich von den anderen französischen Braques?
Frankreich hält sich mehrere Vorsteh-Braques – den Braque français in zwei Größen, den Bourbonnais, den Saint-Germain, den Ariège –, und die meisten tragen Leberbraun, Kastanienbraun oder Orange. Nur der Auvergne ist strikt schwarz-weiß, mit tief angesetzten, seidigen Ohren und eigener Regionalgeschichte: Der Standard verortet ihn seit mehr als zwei Jahrhunderten im Cantal, hervorgegangen aus einem gemeinsamen Vorstehhundestamm und verfeinert durch eine Selektion, an der – in der vorsichtigen Formulierung des Standards – die Malteserritter beteiligt gewesen sein könnten.
Sind sie gute Familienhunde?
Der Standard sagt es direkt: ein sanfter, sehr schmusiger Hund, der für das Familienleben geeignet ist. Die Einschränkungen sind die, die jeder arbeitende Vorstehhund mitbringt – eine tägliche Bewegungsrechnung von zwei Stunden, eine Nase, die ohne frühe Rückrufarbeit einer Spur bis in den Nachbarlandkreis folgt, und, laut Rasseliteratur, eine Stimme, die er gern benutzt.