Cartoon-Hunde: Welche Rasse sind Scooby-Doo, Snoopy und Brian wirklich?
Manche berühmten Cartoon-Hunde haben eine echte Rasse mit Namen. Andere wurden einfach zum Liebhaben gezeichnet und nie einem Stammbaum zugeordnet. Scooby-Doo ist eine Deutsche Dogge, Snoopy ein Beagle, und Brian aus Family Guy ist ein weißer Labrador. Clifford, Blue und Odie sind die ehrlichen Gegenbeispiele: entstanden am Filzstift, nicht nach einem Rassestandard. Hier kommt die Runde Figur für Figur, mit den bestätigten Rassen sauber getrennt von den Vermutungen, die nur wie Fakten aussehen. Die Disney-Hunde bekommen ihre eigene ehrliche Liste in unserer Disney-Hunde-Übersicht.
Scooby-Doo und Scrappy-Doo, die Deutschen Doggen

Scooby-Doo ist eine Deutsche Dogge, das steht fest – auch wenn er eine Dogge ist wie eine Karikatur ein Porträt. Als Hanna-Barbera-Zeichner Iwao Takamoto ihn 1969 entwarf, fragte er einen Doggen-Züchter, was einen preiswürdigen Vertreter der Rasse ausmacht, und machte dann bei jedem Punkt das Gegenteil. „Ich entschied mich fürs Gegenteil und gab ihm einen Buckel, krumme Beine, ein kleines Kinn und so weiter“, erzählte Takamoto später. „Sogar seine Farbe stimmt nicht.“ Eine Ausstellungsdogge ist groß, mit geradem Rücken und kantigem Kiefer. Scooby ist das bewusste Gegenteil, und genau deshalb wirkt er trottelig statt majestätisch.
Scrappy-Doo, 1979 als Scoobys Neffe dazugekommen, ist ebenfalls eine Deutsche Dogge. Seine Welpenproportionen sind Zeichentrick-Kürzel für „jung“, aber die Rasse ist dieselbe. Die echte Deutsche Dogge gehört zu den größten Hunden überhaupt und ist, anders als Scoobys Nervenkostüm vermuten lässt, meist ein ruhiger, anhänglicher Riese, der sich für einen Schoßhund hält.
Snoopy, ein Beagle

Snoopy ist ein Beagle, bestätigt von seinem Schöpfer. Charles Schulz zeichnete Snoopy ab 1950 für die Peanuts und nannte ihn jahrzehntelang einen Beagle – auch als Snoopy längst auf zwei Beinen lief, auf dem Dach seiner Hundehütte schlief und in einer eingebildeten Sopwith Camel flog. Vorbild war lose Spike, ein Hund aus Schulz' Kindheit, wobei der echte Spike ein Mischling war und kein reinrassiger Beagle.
Unter aller Fantasie bleiben die Merkmale sichtbar: der kompakte Körper, die runde Schnauze und vor allem die langen Schlappohren sind reinster Beagle. Ein echter Beagle ist ein Laufhund, gezüchtet für die Jagd im Rudel, endlos neugierig und fast vollständig von seiner Nase gesteuert – die eine Beagle-Eigenschaft, die der Comic weggelassen hat.
Brian Griffin, ein weißer Labrador

Brian, der Martini trinkende, Romane schreibende Hund aus Family Guy, ist ein weißer Labrador Retriever, und die Serie behandelt das als Tatsache. Er läuft aufrecht, redet, fährt einen Prius und geht wählen – aber wenn es in den seltenen Fällen um seine Rasse geht, lautet die Antwort: weißer Labrador. Das passt zur Zeichnung: die kräftige Otterrute, der breite Kopf und das kurze, dichte Fell sind durch und durch Labrador, nur eben komplett in Weiß.
Weiß ist eine echte Labrador-Farbe, streng genommen ein sehr helles Gelb, also ist an der Rasse nichts erfunden – auch wenn das Reden es ist. Der echte Labrador Retriever ist in weiten Teilen der Welt der am häufigsten registrierte Hund, ein freundlicher, aufs Futter fixierter Arbeitshund – genau das macht Brians Weinkonsum und seine Schreibblockade so komisch.
Odie, die Rasse, die niemand bestätigt hat

Odie, Garfields tollpatschiger, sabbernder Kumpel, hat keine Rasse, die sich festmachen ließe – und Jim Davis mochte das offenbar so. Im Comic ist Odie ein kleiner gelber Hund mit großen braunen Ohren und ohne festen Stammbaum. Fans und Nachschlagewerke haben ihn schon vom Beagle bis zum Dackelmischling durchdekliniert, aber der Comic legt sich nie fest. Auf einer Sonntagsseite von 2007 geht Garfield sogar eine Reihe von Rassenamen durch, verwirft alle und landet bei „reinrassiger Clown.“
Die Realverfilmungen von Garfield machen es noch unübersichtlicher, weil sie einen rauhaarigen Dackel-Terrier-Mischling als Odie besetzen – daher kommen viele der Dackel-Vermutungen. Die ehrliche Antwort lautet also: Odie hat keine kanonische Rasse. Wenn du das nächste Vorbild suchst, liegen die langen Ohren und der niedrige, watschelige Körperbau irgendwo zwischen einem Beagle und einem Dackel – aber das ist eine Ähnlichkeit, keine Bestätigung.
Clifford, zu groß für eine Rasse

Clifford, der große rote Hund, hat keine Rasse, und das steckt schon in der Grundidee. Als Norman Bridwell ihn 1963 erfand, ging es allein um einen Hund so groß wie ein Haus – die Zeichnung dient dem Größengag, nicht irgendeinem Standard. Er ist ein x-beliebiger großer Hund, ins Riesenhafte aufgeblasen und in einem grellen Rot gefärbt, das es bei keinem echten Hund gibt. Rot wählte Bridwell dem Vernehmen nach schlicht, weil genau diese Farbe auf seinem Schreibtisch stand.
Trotzdem suchen die Leute nach einer passenden Rasse. Der übliche Tipp ist ein Vizsla, wegen des warmen roten Fells und der weichen Schlappohren, und auf Normalgröße geschrumpft ist der Vergleich gar nicht so abwegig. Aber es ist eine Vermutung über eine Ähnlichkeit. Clifford war nie als bestimmte Rasse gedacht, und ihm eine anzudichten ist der Spaß daran – kein Fakt über ihn.
Blue aus Blue und ihre Freunde, ein Welpe ohne Rasse

Blue, der gefleckte Star aus Blue und ihre Freunde, hat keine kanonische Rasse, und die Serie hat ihr auch nie eine gegeben. Blue ist weiblich, was viele überrascht. Sie ist ein stilisierter blauer Welpe mit Flecken, übergroßen Schlappohren und einer Form, die zu keinem echten Hund so richtig passt – denn das Design ist für ein Vorschulpublikum gemacht, nicht für den Ausstellungsring.
Der wiederkehrende Tipp ist irgendein Laufhund, meist ein Beagle oder ein Basset Hound, wegen dieser langen, tief angesetzten Ohren. Eine nachvollziehbare Deutung, mehr nicht. Nickelodeon hat nie eine Rasse genannt, wer dir also erzählt, Blue sei ein bestimmter Hund, füllt eine Lücke, die die Serie bewusst offengelassen hat.
Häufige Fragen
Welche Hunderasse ist Scooby-Doo?
Scooby-Doo ist eine Deutsche Dogge. Sein Zeichner Iwao Takamoto studierte den Rassestandard und drehte ihn dann um: Scooby bekam einen Buckel, krumme Beine und ein kleines Kinn. Er sieht also überhaupt nicht aus wie eine Ausstellungsdogge – eine Deutsche Dogge ist er trotzdem.
Welche Rasse ist Scrappy-Doo?
Scrappy-Doo ist eine Deutsche Dogge, genau wie sein Onkel Scooby. Er ist mit Welpenproportionen gezeichnet, damit er jung wirkt, aber die Rasse ist dieselbe.
Welche Hunderasse ist Snoopy?
Snoopy ist ein Beagle, wie Peanuts-Schöpfer Charles Schulz mehrfach bestätigt hat. Seine langen Schlappohren und der kompakte Körper sind klassischer Beagle, auch wenn er sich kein bisschen wie ein echter benimmt.
Welche Hunderasse ist Brian aus Family Guy?
Brian Griffin ist ein weißer Labrador Retriever, und die Serie sagt es direkt. Weiß ist ein echtes, sehr helles Labrador-Gelb, die Rasse ist also real – auch wenn das Reden und Autofahren es nicht sind.
Welche Rasse ist Odie aus Garfield?
Odie hat keine bestätigte Rasse. Der Comic legt sich nie fest, und Jim Davis hat einen Witz daraus gemacht. In den Realverfilmungen spielte ihn ein rauhaariger Dackel-Terrier-Mischling – daher kommt die Dackel-Vermutung.
Welche Hunderasse ist Clifford, der große rote Hund?
Clifford hat keine Rasse. Er wurde als haushoher Hund für den Größengag erfunden, aus einer Laune heraus rot gefärbt und war nie als echter Hund gedacht. Am häufigsten wird ein Vizsla als ähnlichste Rasse geraten.
Welche Hunderasse ist Blue aus Blue und ihre Freunde?
Blue hat keine offizielle Rasse, und die Serie hat nie eine genannt. Sie ist ein stilisierter blauer Welpe, meist als Beagle oder Basset Hound geraten wegen ihrer langen Schlappohren. Und Blue ist weiblich.
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