Warum hinkt mein Hund? Ursachen und wann du zum Tierarzt musst
Ein Hinken ist der Körper, der etwas Schmerzendes schont, und die Ursachen reichen von harmlos bis ernst. Ein Hund, der ein Bein nur leicht schont, es aber noch benutzt, kann oft zu Hause untersucht und geschont werden. Ein Hund, der ein Bein komplett hochhält oder die Hinterbeine schleift, braucht noch am selben Tag einen Tierarzt. So erkennst du, womit du es zu tun hast.
Erst Pfote und Bein checken
Fang mit dem einfachsten und häufigsten Problem an: etwas in der Pfote. Schau bei ruhig gehaltenem Hund zwischen den Zehen und an den Ballen nach einem Schnitt, einer abgerissenen Kralle, einem Dorn, einer Grannenähre oder einem Stein. Im Sommer kann sich eine Grannenähre einbohren und plötzliches Hinken auslösen. Taste vorsichtig das Bein entlang nach Wärme, Schwellung oder einer Stelle, bei der der Hund zusammenzuckt. Hat dein Hund wirklich starke Schmerzen, hör auf — ein schmerzender Hund kann selbst nach jemandem schnappen, den er liebt — und überlass das Untersuchen dem Tierarzt.
Die wahrscheinlichsten Ursachen
Ein kurzes Hinken nach anstrengender Bewegung ist meist eine Zerrung oder Verstauchung, das Hunde-Äquivalent zum umgeknickten Fuß. Weitere häufige Ursachen sind eine Pfotenverletzung, eine abgerissene Kralle oder ein Stoß. Zwei größere Ursachen sind wichtig zu kennen. Ein plötzliches Hinken der Hinterhand bei einem mittelgroßen bis großen Hund ist oft ein Kreuzbandriss im Knie, der meist tierärztlich behandelt werden muss. Ein allmähliches Hinken, das nach Ruhe schlimmer ist und sich bei Bewegung bessert, vor allem bei einem älteren oder großen Hund, ist oft Arthrose oder eine zugrunde liegende Gelenkerkrankung wie Hüft- oder Ellbogendysplasie — dazu neigt zum Beispiel ein Labrador Retriever oder Deutscher Schäferhund. Bei einer langrückigen Rasse wie dem Dachshund können Wackeligkeit oder Schleifen der Hinterbeine auf ein Bandscheibenproblem hindeuten, was dringend ist.
Wann sich Schonen lohnt
Bei einem leichten, gelegentlichen Hinken bei einem Hund, der ansonsten munter ist, das Bein noch belastet und nichts Offensichtliches in der Pfote steckt, sind ein paar Tage strikte Schonung sinnvoll. Das heißt: nur Leinenpausen fürs Geschäft, kein Rennen, kein Springen auf oder von Möbeln, keine Treppen oder rutschigen Böden. Viele leichte Zerrungen bessern sich allein dadurch. Gib keine Schmerzmittel für Menschen, um die Zeit zu überbrücken — Ibuprofen und Paracetamol sind giftig für Hunde, und wer den Schmerz überdeckt, verleitet den Hund außerdem dazu, das verletzte Bein zu überlasten. Bessert sich das Hinken nach etwa 48 Stunden nicht deutlich, oder wird es schlimmer, geh zum Tierarzt.
Sofort zum Tierarzt, wenn dir eines davon auffällt
Lass deinen Hund noch am selben Tag oder sofort außerhalb der Öffnungszeiten untersuchen, wenn er: das Bein überhaupt nicht mehr belastet; ein Bein hat, das herabhängt, verformt aussieht oder geschwollen ist (mögliche Fraktur oder Verrenkung); aufgeschrien hat und danach lahmte; mit den Hinterbeinen schleift, auf den Knöcheln läuft oder wackelt, oder entlang der Wirbelsäule schmerzempfindlich wirkt — das kann ein Bandscheibenproblem sein, bei dem Schnelligkeit die Nerven schützt; hinkt und zusätzlich Fieber, schlapp ist oder nicht frisst; oder ein Hinken hat, das länger als ein paar Tage anhält oder immer wiederkommt. Ein kaltes, schmerzendes Bein mit plötzlicher Schwäche braucht ebenfalls einen Notruf.
Häufige Fragen
Soll ich meinen Hund noch Gassi führen, wenn er hinkt?
Nein — schränk die Spaziergänge stark ein. Bei leichtem Hinken beschränkst du den Hund auf kurze Leinenpausen fürs Geschäft und lässt Rennen, Springen und Treppen ein paar Tage weg, damit eine leichte Zerrung Zeit hat, sich zu bessern. Belastet der Hund das Bein gar nicht mehr, oder hält das Hinken länger als etwa 48 Stunden an oder wird schlimmer, geh zum Tierarzt, statt es auszulaufen.
Wann sollte ich mit meinem hinkenden Hund zum Tierarzt?
Geh noch am selben Tag zum Tierarzt, wenn dein Hund das Bein gar nicht belastet, das Bein verformt oder geschwollen aussieht, er aufgeschrien hat und danach lahmte, er mit den Hinterbeinen schleift oder wackelt, oder er zusätzlich Fieber hat oder krank wirkt. Bei leichtem Hinken ist ein Tierarztbesuch angezeigt, wenn zwei Tage Schonung nicht eindeutig geholfen haben.
Darf ich meinem Hund Schmerzmittel gegen das Hinken geben?
Keine für Menschen. Ibuprofen, Aspirin und Paracetamol können Hunde vergiften, und wer den Schmerz überdeckt, verleitet den Hund dazu, das verletzte Bein zu überlasten und es schlimmer zu machen. Braucht dein Hund Schmerzlinderung, kann dein Tierarzt nach der Untersuchung ein hundegeeignetes Entzündungshemmer in der richtigen Dosis verschreiben.
Warum hinkt mein Hund plötzlich auf einem Hinterbein?
Ein plötzliches Hinken der Hinterhand bei einem erwachsenen Hund ist oft ein Kreuzbandriss im Knie, der meist tierärztlich behandelt werden muss, kann aber auch eine Zerrung, eine Pfotenverletzung oder bei manchen Rassen eine ausrenkende Kniescheibe sein. Schleifen oder Schwäche in beiden Hinterbeinen ist etwas anderes und dringender, weil dabei die Wirbelsäule betroffen sein kann — geh umgehend zum Tierarzt.
Mein Hund hinkte, wirkt jetzt aber wieder fit — muss ich trotzdem zum Tierarzt?
War das Hinken kurz, leicht und vollständig verschwunden, und benutzt dein Hund das Bein wieder normal, kannst du erst mal weiter beobachten. Aber ein Hinken, das kommt und geht, kann ein frühes Anzeichen für ein Gelenk- oder Bandproblem sein. Kommt es zurück, hält es an, oder schont dein Hund das Bein während oder nach Bewegung, lass es abklären.
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